Mannesmann-Nachwehen: Vodafone schreibt 41 Mrd. Euro ab

7. März 2006, 10:10
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Reduzierte Umsatzprognose drückt auf Aktienkurs

Schwer im Magen liegt dem britischen Mobilfunkriesen Vodafone offenbar die Übernahme des deutschen Mobilfunkanbieters D2 von Mannesmann aus dem Jahr 2000. Vor allem wegen seiner deutschen Tochter muss Vodafone im laufenden Geschäftsjahr 2005/06 bis zu 28 Mrd. Pfund (41 Mrd. Euro) abschreiben, wie der Branchenprimus heute, Montag, mitteilte. Die hohe Bewertung von Vodafone Deutschland führt die britische Konzernmutter vornehmlich auf die Mannesmann-Übernahme zurück. Diese sei zu einem Zeitpunkt erfolgt, als die Aktienpreise im Telekombereich noch sehr viel höher als heutzutage gelegen hätten, hieß es in einer entsprechenden Aussendung.

Erwartet

Für die Analysten bedeutet die Revidierung der Beteiligungswerte deshalb auch keine Überraschung: "Es ist ja unbestritten, dass Vodafone für Mannesmann zu tief in die Tasche gegriffen hat", meint etwa Telekom-Analyst Holger Bosse von Helaba-Trust im Gespräch mit pressetext. Die Frage sei eher gewesen, wann Vodafone die Wertberichtigung vornehmen würde, so Bosse. Zum 30. September 2005 hatte Vodafone den Gesamtwert seiner Beteiligungen mit 81,5 Mrd. Pfund (119,6 Mrd. Euro) angesetzt. Die deutsche Mobilfunktochter bewertete Vodafone mit 35,5 Mrd. Pfund (52 Mrd. Euro) am höchsten. Den Wert seiner italienischen Beteiligung etwa bezifferte der Mobilfunkriese mit 19,7 Mrd. Pfund (29 Mrd. Euro).

Druck

Aufgrund des zunehmenden Wettbewerbsdrucks und anhaltender regulatorischer Eingriffe bei den Terminierungsentgelten hat Vodafone darüber hinaus seine Umsatzprognose für das kommende Geschäftsjahr 2006/07 gesenkt. Der britische Konzern rechnet hier nun mit einem Plus von fünf bis 6,5 Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr (31. März) geht Vodafone dagegen unverändert von einem Umsatzwachstum zwischen sechs und neun Prozent aus.

Nachgeben

Die Aktie gab an der Londoner Börse bis Montagmittag um zwei Prozent auf 114,68 Pence nach. Dabei verübeln die Börsianer dem britischen Konzern laut Bosse weniger die milliardenschwere Wertberichtigung als vielmehr die Zurücknahme der Umsatzprognose, die erst im Januar aufgestellt worden war. Anfang des Jahres war Vodafone noch von einem Umsatzplus im kommenden Geschäftsjahr zwischen sechs und neun Prozent ausgegangen. (pte)

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