Paviane haben neue Überlebenstaktik erlernt

6. März 2006, 12:47
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Affenhorden im Dürre-geplagten Somalia platzieren sich an strategisch günstigen Stellen und überfallen Tank- und Lieferwagen

Mogadischu/Nairobi - Angesichts der anhaltenden Dürre in Somalia greifen immer mehr durstige Affen Wassertankwagen und Lieferwagen an. Ganze Pavianhorden hätten sich an strategisch günstigen Kreuzungen oder Brücken postiert, wo die Lastwagen langsamer fahren müssen, berichtete die Zeitung "The East African" am Montag.

Schäden verschlimmern Lage für Menschen

Die Affen griffen sowohl Wassertankwagen als auch Lieferautos mit Obst und Gemüse an, das in Mogadischu auf den Markt gebracht werden soll. "Die Tiere holen sich ganze Bananenbüschel oder Wassermelonen und verschwinden damit im Busch", beklagte sich ein Fahrer.

Ali Hassan Odey, ein Rinderzüchter in Bardhere, im Süden des Landes, hat bereits seine ganze Herde wegen der Wasserknappheit verloren. "Und jetzt kommen auch noch die Affen, Hyänen und Wildhunde und fallen in die Dörfer ein, weil sie kein Wasser mehr finden", sagte er. "Wenn wir die Tiere sehen, erschießen wir sie, sonst greifen sie unsere Frauen und Kinder an", fügte er hinzu.

Hintergrund

Die Region am Horn von Afrika leidet unter der schlimmsten Dürre seit Jahren. In mehreren Regenzeiten fiel kaum Niederschlag. Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen sind elf Millionen Menschen in Kenia, Somalia, Dschibuti und Äthiopien von Hunger bedroht. Im Norden Kenias sind etwa 70 Prozent des Viehbestandes eingegangen. Die nächste Regenzeit wird für März erwartet. (APA/dpa)

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