Britische Forscher entwickeln Theorie zur Blondinen-Entstehung

6. März 2006, 12:03
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Verstärkte sexuelle Konkurrenz während der Eiszeit soll Entwicklung "ungewöhnlicher" Haar- und Augenfarben begünstigt haben

London - Wissenschafter der Universitäten St. Andrews in Schottland und Central Lancashire in Nordwestengland haben eine Theorie zur Entwicklung der vergleichsweise großen Bandbreite an Haar- und Augenfarben in der europäischen Bevölkerung entwickelt. Frauenüberschuss während der Eiszeit und daraus erwachsende verstärkte sexuelle Konkurrenz seien der Auslöser gewesen.

Ihre Hypothese: Die harschen Eiszeitverhältnisse in Nordeuropa hätten Nahrungsmittelknappheit verursacht, die wiederum zu immer gefährlicheren Großtierjagden führte, bei denen zahlreiche Männer den Tod fanden. Durch die große Überzahl an Frauen sei ein "starker Druck der sexuellen Selektion" entstanden, erklärte der Leiter der Studie, der kanadische Anthropologe Peter Frost. "Ein mögliches Ergebnis war das Auftreten ungewöhnlicher Farbeigenschaften der Haare."

Genetische Mutation vor 11.000 Jahren

Frosts Kollege John Manning von der Central Lancashire-Universität erklärte, diese Entwicklung sei vermutlich der Grund dafür, dass "Haar- und Augenfarbe in anderen Teilen der Welt eher einförmig sind, während es in Europa viele Variationen gibt". Nach Angaben der "Times" vom Sonntag wird die These auch durch eine separate Untersuchung nordeuropäischer Gene durch drei japanische Universitäten gestützt. Sie seien zu dem Schluss gekommen, dass die genetische Mutation, die zur Herausbildung blonder Haare in Nordeuropa führte, etwa vor 11.000 Jahren einsetzte.

Die Ergebnisse sollen im Detail in der nächsten Ausgabe des Fachmagazins "Evolution and Human Behavior" veröffentlichen werden. Doch für alle Brünetten gibt es nach Angaben des "Times" einen Trost: Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO gehe davon aus, dass es künftig keine naturblonden Haare mehr geben werde, weil der Genpool dafür immer mehr schrumpfe. Allerdings werde es erst in rund 200 Jahren so weit sein, dass die Nichtblonden wieder unter sich sind. (APA/red)

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