Digital Plattform Austria testet die neue TV-Welt

13. März 2006, 15:26
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Vollversammlung in Linz, wo derzeit digitales Kabel-TV getestet wird

Wenige Tage, nachdem die ORF-Tochter ORS die Lizenz für Aufbau und Betrieb des digitalen Antennenfernsehens in Österreich bekommen hat, tagte am Montag die Digitale Plattform Austria in Linz, um konkrete Aspekte des Umstiegs zu erörtern. Im Zentrum stand dabei auch digitales Kabel, das derzeit in einem Pilotversuch in der oberösterreichischen Hauptstadt getestet wird. Ob Kabel oder Antenne - die Digitalisierung hat jedenfalls für Medienstaatssekretär Franz Morak "oberste Priorität", sagte er laut Aussendung bei der Tagung.

Die Einführung von Digital-TV über Antenne steht unmittelbar bevor. Doch auch auf anderen Plattformen soll die neue Technologie bald zum Einsatz kommen. Digital-Satelliten-Anlagen sind in Österreich auf dem Vormarsch. Damit auch Kabel-Kunden die schöne, neue Fernsehwelt bald kennen lernen können, testen ORF, LIWEST und die Oberösterreichische Landesregierung seit Dezember 2005 in 500 Linzer Haushalten "DVB-C" (Digital Video Broadcasting-Cable). "ITV4Cable", sinngemäß interaktives Fernsehen für Kabel, nennt sich dieser Testbetrieb.

Multimediale, interaktive Zusatzdienste

Im Mittelpunkt stehen laut Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) dabei multimediale, interaktive Zusatzdienste sowie Angebote für Video on Demand, also Filme auf Abruf. Es gelte, die Vorteile des Digi-TV rasch für die Konsumenten erkennbar zu machen, so der oö. Landeshauptmann Josef Pühringer. ORF-Online-Direktor Ronald Schwärzler hielt fest, dass in Österreich 39 Prozent der Haushalte "ihr" TV-Programm via Kabel empfange. Es sei daher "nach dem Satelliten die wichtigste Vertriebsplattform für die Programme des ORF".

Der Linzer Probelauf wird aus dem von der RTR verwalteten Digitalisierungsfonds gefördert und soll wohl auch ein Signal an die heimischen Kabelnetzbetreiber sein, dass es nicht nur für Antennenfernsehen Subventionen gibt. RTR-Chef Alfred Grinschgl betonte denn auch, dass "sämtliche Rundfunk-Übertragungsplattformen unterstützt und gefördert" würden. (APA)

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