Schindler mit Rekordgewinn

14. März 2006, 15:44
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Der Schweizer Rolltreppen- und Aufzughersteller Schindler freut sich außerdem über volle Auftragsbücher

Luzern - Der Schweizer Rolltreppen- und Aufzughersteller Schindler hat 2005 bei einem um 7,5 Prozent höheren Umsatz von 8,87 Mrd. Schweizer Franken (5,69 Mrd. Euro) den Reingewinn um 21,9 Prozent auf 401 Mio. sfr gesteigert und damit das beste Ergebnis seiner Geschichte erzielt.

Und das laufende Jahr soll nach weiteren Angaben vom Montag angesichts gut gefüllter Auftragsbücher und weiterer Produktivitätsfortschritte einen "deutlich besseren Konzerngewinn" bringen. Der "sehr hohe" Auftragseingang von 9,45 Mrd. sfr des Jahres 2005 bescherte Schindler einen Auftragsbestand, der mit gut fünf Mrd. sfr ein gutes Drittel höher liegt als vor Jahresfrist.

Die Fortschritte, die der Konzern im vergangenen Jahr machte, kamen aus dem Aufzug- und Fahrtreppengeschäft. Die Computer-Handelstochter ALSO Holding hatte bei einem um knapp sieben Prozent erhöhten Umsatz von 1,98 Mrd. sfr einen Rückgang von Betriebsgewinn und Reingewinn zu melden.

Mehr Produktivität

Im Geschäft mit Aufzügen und den Fahrtreppen konnte Schindler Produktivitätsfortschritte erzielen, die sich in einem Anstieg der Betriebsmarge (EBIT) um 1,3 Prozentpunkte auf 9,2 Prozent niederschlugen. Das ergab in der Sparte bei einem um 7,6 Prozent auf 6,89 Mrd. sfr erhöhten Umsatz einen um ein Viertel höheren Betriebsgewinn von 632 Mio. sfr. Schindler habe in der Sparte seine globale Führungsposition weiter ausbauen können. Dazu trugen auch namhafte Großaufträge im Fahrtreppengeschäft etwa aus Hongkong und Barcelona bei.

Die Betriebsmarge im ganzen Konzern betrug nur 7,1 Prozent, da ALSO nur wenig zum Betriebsgewinn beizusteuern vermochte. Nach Ansicht von Analysten ist ALSO, wo 2005 noch einmal einmalige Sonderkosten anfielen, nun sehr gut positioniert und sollte auch die Betriebsmarge verbessern können.

Die Dividende soll um zwei sfr auf neun sfr je Namenaktie und Partizipationsschein (PS) erhöht werden. Die Titel sollen im Verhältnis 1:10 gesplittet werden.

Das globale Wirtschaftswachstum dürfte sich 2006 fortsetzen, erklärte Schindler weiter. Der Preiswettbewerb werde zwar nicht nachlassen. Schindler rechnet aber mit weiteren Produktivitätsverbesserungen und will seine neuen Produkte in weiteren Märkten einführen.

Steigerung des Reingewinns

Schindler hatte für 2005 zunächst eine Steigerung des Reingewinns zwischen zehn und 15 Prozent in Aussicht gestellt. Analysten hatten für 2005 bei einem Umsatz der Gruppe von 8,654 Mrd. sfr einen Gewinn von 371 Mio. sfr erwartet.

Der Schindler PS stieg in der ersten Handelsstunde an der Börse um gut sechs Prozent auf 585 sfr an. Analysten äußerten sich positiv über den Abschluss.

In dem seit Jänner 2004 laufenden Verfahren der EU-Kommission gegen verschiedene Firmen der europäischen Aufzugsindustrie sei noch keine Entscheidung gefallen. Über Sanktionen werde die EU-Kommission voraussichtlich erst gegen Ende 2006 befinden, so Schindler weiter. (APA/Reuters)

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