Nina Hagen: "Merkel macht keine klugen Sachen"

3. März 2006, 22:30
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Die Sängerin übt Kritik an der Kanzlerin - Künstlerisch fühlt sie sich in Deutschland ignoriert: "Da kann man ja nur weglaufen"

Berlin - Sängerin Nina Hagen fühlt sich in Deutschland verkannt. In einem Interview von "Bunte.T-Online.de" sagte die 50-Jährige, kürzlich sei bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz gesagt worden, dass es sehr wenig Leute gebe, die deutsche Sachen machen und vor allem noch weniger im Ausland. "Anschließend wurde eine Liste von Leuten genannt, da waren natürlich alle möglichen Männer dabei: Westernhagen, Grönemeyer, Lindenberg. Aber der Name Nina Hagen wird in meinem Land nie erwähnt", beschwerte sie sich.

In Medien wird versucht, "mich lächerlich zu machen"

Wenn sie überhaupt erwähnt werde, "dann wird über mich in miesester Art und Weise gesprochen". In deutschen und europäischen Medien werde versucht, Menschen wie mich lächerlich zu machen", meinte Hagen. Die Auswanderung in die USA ist für sie eine Konsequenz. "Ich mache seit zehn Jahren ganz tolle Demos und Musik, doch viele sagen: Wer zum Teufel ist Nina Hagen? Da kann man ja nur weglaufen."

Merkel sei uninformiert über Meinungen der Friedensbewegung

Erneut kritisierte die Sängerin, die sich für die Grünen eingesetzt hat, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Ich habe große Angst, weil sie nicht klug ist. Sie macht keine klugen Sachen." Die Kanzlerin solle sich über die Meinungen der Friedensbewegung informieren. "Das müsste Angela Merkel doch interessieren, sie ist auch in einem Land groß geworden, das von Mauern umrandet war. Sie kann sich doch vorstellen, wie es den Palästinensern geht", sagte Hagen.

Die neue Platte von Nina Hagen heißt "Irgendwo auf der Welt" (Universal). Die Songs dafür hat die Sängerin mit dem Capital Dance Orchestra aufgenommen. (APA/AP)

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