72-Jähriger starb nach Rempelei mit Wiener Jugendlichen

1. März 2006, 19:16
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Auslöser war Ball, der aus Fußballkäfig flog - Pensionist schleuderte Mädchen Ball ins Gesicht, Bruder eilte zu Hilfe

Wien - Bei einer Auseinandersetzung mit zwei Wiener Jugendlichen ist ein 72-jähriger Pensionist gestürzt und so schwer verletzt worden, dass er am nächsten Tag im Spital starb. Eine Privatdetektei forschte das Geschwisterpaar im Alter von 14 und 15 Jahren aus. Der Bursch und seine ein Jahr jüngere Schwester wurden wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang auf freiem Fuß angezeigt.

Der mehrfache Großvater war am 21. Februar abends mit seinem jüngsten Enkel spazieren gegangen. Gegen 18.00 Uhr schob der 72-Jährige den Kinderwagen mit dem Baby darin an einem Fußballkäfig auf dem Kreilplatz hinter dem Karl-Marx-Hof in Döbling vorbei. Just in diesem Moment kam ein Fußball geflogen und prallte in unmittelbarer Nähe des Kinderwagens auf, allerdings ohne jemanden zu treffen.

Äußerst erregt

Der Pensionist hat sich nach Angaben von Augenzeugen, die die Polizei später befragte, über den Vorfall äußerst erregt und den Ball an sich genommen. Als eines der Kinder, ein Mädchen (14), das Spielgerät zurückforderte, habe der Pensionist ihm den Fußball ins Gesicht geschleudert und es gestoßen, so die Zeugenaussagen.

Der Bruder (15) sei zu Hilfe geeilt - und teilte den verhängnisvollen Rempler aus. "Der Pensionist ist leider Gottes so unglücklich mit dem Hinterkopf auf den Gehsteig gefallen, dass er einen Tag später seinen Verletzungen erlegen ist", sagte ein Ermittler der APA. Der Mann erlitt ein Schädelhirntrauma und eine Gehirnschwellung und starb am Abend des 22. Februar im Wilhelminenspital. "Das war von den Kindern sicher nicht beabsichtigt", urteilte der Kriminalist.

"Ganz normale Kinder"

Passanten riefen umgehend Rettung und Polizei. Die Mutter des Babys war mit ihrem zweiten Kind in einem Einkaufszentrum ganz in der Nähe und kam dazu, als ihrem Vater Erste Hilfe geleistet wurde. Die beiden Jugendlichen waren weggelaufen, gleich nachdem der 72-Jährige zu Boden gegangen war. Ihnen dürfte der tragische Ausgang des Vorfalls nicht klar gewesen sein - bis sie von zwei Berufsdetektiven, die von den Angehörigen des Verstorbenen beauftragt worden waren, am vergangenen Samstag ins Kriminalkommissariat West gebracht wurden. Die Polizei beschreibt sie als "ganz normale Kinder aus geordneten Verhältnissen". (APA)

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