"Fusion unter Gleichen" mit Synergien

27. März 2006, 14:48
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Zusammenschluss soll im zweiten Halbjahr abgeschlossen sein - Staat soll knapp 40-prozentigen Anteil an neuer GdF-Gruppe halten

Paris - Die französischen Energieversorger Gaz de France (GdF) und Suez haben am Montag Einzelheiten ihrer geplanten Fusion bekannt gegeben. Nach der Zahlung einer Sonderdividende für Suez-Aktionäre solle es eine Fusion unter Gleichen geben, teilten die Unternehmen am Montag mit.

Der Zusammenschluss solle in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres abgeschlossen sein. Technisch werde Suez von Gaz de France übernommen, sagte Finanzminister Thierry Breton dem Rundfunksender RTL. Der Staat werde einen Anteil von etwas unter 40 Prozent an der neuen Gaz-de-France-Gruppe halten.

Die Fusion gilt als Abwehrmaßnahme der französischen Unternehmen gegen eine Übernahme durch den italienischen Versorger Enel. Die italienische Regierung kündigte auch prompt an, die Europäische Kommission anzurufen, um die Fusion zu überprüfen.

Synergien für 500 Millionen Euro

Nach der Ausschüttung einer Sonderdividende für insgesamt 1,25 Mrd. Euro an die Suez-Aktionäre wird die Fusion auf der Basis von einer Suez-Aktie für eine GdF-Aktie erfolgen, teilten die beiden Unternehmen weiter mit. Durch die Fusion erwarten sich die Gesellschaften nach den Angaben Synergien im Wert von 500 Mio. Euro vor Steuerabfertigung. Diese Synergien sollen durch Kostenreduktionen bei der Zufuhr und durch die Entwicklung kombinierter Angebote erreicht werden.

Die Führungsmodalitäten der neuen Gesellschaft, die insgesamt 64 Mrd. Euro Jahresumsatz erreichen wird, sollen "so rasch als möglich" mitgeteilt werden. GdF und Suez betonten weiter, dass die Fusion keinerlei negative Auswirkungen auf die Beschäftigung in der neuen Gruppe haben wird, die insgesamt knapp 200.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Größter europäischer Gasverteiler

Nach der Fusion werden GdF und Suez laut Aussendung über "vermehrte finanzielle und humane Ressourcen verfügen, um die Entwicklung auf internationaler Ebene zu beschleunigen". Die neue Gruppe wird der fünftgrößtee Stromerzeuger und der größte Gasverteiler in Europa sein und über eine bedeutende Energielagerungskapazität verfügen, hieß es. Im Bereich der Energiedienstleistungen ist die neue Einheit in Europa Nummer eins und im Bereich der Wasser- und Umweltdienste Nummer eins im Weltvergleich.

Die Fusion stellt laut Aussendung eine gute Vorbereitung auf die Marktöffnung im Energiesektor am 1. Juli 2007 dar. Sie erlaube es auch "voll von der Konvergenz zwischen Gas und Elektrizität zu profitieren". Überdies werde die Fusion nicht nur keine Arbeitsposten zerstören, sondern neue Stellen schaffen. Die beiden Betriebe betonen weiter, dass GdF die als öffentlich-rechtliches Unternehmen eingegangenen Verpflichtungen auch weiterhin erfüllen wird. (APA/Reuters)

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