Mehr Wimpertierchen in Wien, mehr Technik in Klagenfurt

5. März 2006, 18:46
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Mehr Wimpertierchen in Wien

Josef Penningers Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) wächst weiter: Nach der Britin Leonie Ringrose stößt nun auch der Japaner Kazufumi Mochizuki (33) als Gruppenleiter zum Institut. Kazufumi nahm einen Modellorganismus mit auf die Reise nach Wien: den kleinen Einzeller Tetrahymena, der in Süßwasserseen lebt und nur 50 Mikrometer im Durchmesser misst.

Kazufumi beschäftigt sich nämlich hauptsächlich mit einer Gruppe von Molekülen, die als "small RNAs" bezeichnet werden. Eben diese kurzen RNA-Stücke spielen eine zentrale Rolle bei der Fortpflanzung von Tetrahymena. Mit ihrer Hilfe hat das Wimpertierchen einen sehr effizienten Mechanismus entwickelt, sein Erbgut vor eingeschmuggelter Fremd-DNA zu bewahren. Entsprechende Erkenntnisse Kazufumis (gemeinsam mit Martin Gorovsky) wurden 2002 vom Magazin Science zum Durchbruch des Jahres gekürt.

Mehr Technik in Klagenfurt

Der neue Rektor der Universität Klagenfurt, Heinrich C. Mayr, will den technischen Bereich massiv ausbauen. Langfristiges Ziel sei die Etablierung einer technischen Fakultät, meinte er kürzlich. Mayr studierte Angewandte Mathematik an der Universität Grenoble und ist Koautor von mehr als 140 wissenschaftlichen Publikationen. Mayr hat auch Erfahrungen in der Privatwirtschaft gesammelt. Bis 1990 war er Chef eines Softwareunternehmens. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27. 2. 2006)

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