Franzosen an steirischer EStAG beteiligt

27. März 2006, 14:48
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Die Strom-und Gasversorgung in Europa wird von einer Hand voll Großkonzernen dominiert

Hamburg/Wien - Im Strombereich versorgen schon heute sieben bis acht europäische Großunternehmen etwa zwei Drittel der Bevölkerung. Dabei agieren die einstigen nationalen Monopolisten längst über Grenzen und Kontinente hinweg. E.on und Endesa würden zusammen mit 50 Millionen Kunden und rund 75 Mrd. Euro Umsatz an die Weltspitze vorstoßen.

E.on ist bereits die europäische Nummer eins im Strom-und Gasgeschäft mit einem Vorjahresumsatz von 56 Mrd. Euro. Die anderen Spieler sind deutlich kleiner. Bei RWE, dem größten nationalen Konkurrenten von E.on, dürfte der Umsatz im vergangenen Jahr wegen der Trennung von Tochtergesellschaften leicht unter das Vorjahresniveau von 42 Mrd. Euro sinken.

Die EdF-Gruppe (Electricité de France), mit ihren Atomkraftwerken bisher unangefochtener Spitzenreiter in der Stromversorgung, kam im Vorjahr auf Erlöse von 51,05 Mrd. Euro. EdF ging zwar im vergangenen November an die Börse - der französische Staat hält aber noch mehr als 85 Prozent des Kapitals. Bereits im Juli des Vorjahres wurde der französische Energiekonzern

Gaz de France (GdF) teilprivatisiert; der zweitgrößte europäische Gaskonzern hat mit 12,3 Mio. Kunden 22,39 Mrd. Euro umgesetzt. In Österreich ist die GdF mit fünf Prozent an der steirischen EStAG beteiligt, an der sie gemeinsam mit der EdF eine Sperrminorität von 25 Prozent und einer Aktie hält.

Verflochten

Suez aus Frankreich setzte im Vorjahr 41,5 Milliarden Euro um. Der italienische Versorger

Enel, der 1999 mit damals rund 17 Milliarden Dollar den bisher höchsten Erlös bei einem Börsengang erzielt hat, steigerte den Umsatz 2005 um knapp zehn Prozent auf 34 Milliarden Euro. Auffallend ist dabei, wie international verwachsen die Branche ist. Die EdF-Gruppe erwirtschaftet inzwischen mehr als 40 Prozent ihrer Erlöse außerhalb Frankreichs. Unter anderem hat EdF als Großaktionär bei der deutschen EnBW das Sagen. (dpa, cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.2.2006)

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