Narrisch. Guat?

28. März 2006, 19:58
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Selbstversuch mit "Narrisch guat 2". Ort: Zuhause. Sender: ORF 2. Ich halte die Fernbedienung an meine Schläfe - und drücke ab

Samstagabend, Selbstversuch mit "Narrisch guat 2". Ort: Zuhause. Sender: ORF 2. Untertitel: "Höhepunkte aus dem Programm österreichischer Faschingsgilden". Es beginnt: Formation tanzende Frauen in Rüschenunterhosen, neben dem Takt paschende Gäste. Gequält lächelnde Gesichter auf der Bühne. Noch hat niemand etwas gesagt.

Jetzt: Ein rotes Etwas mit krächzender Stimme witzelt über Beamte und erzählt Witze mit Bart: Ein Mann kauft Briefmarken, will den Preis abmachen lassen, weil sie ein Geschenk sein sollen. Erste Schmerzen im Bauch - nicht vom Lachen.

Der Rest weit gehend unverständlich.

Nach zehn Minuten eine erste musikalische Einlage. Schüttelreime von einem Mann in Frauenkleidern. Dann: Zwei lüsterne Tattergreise und eine Krankenschwester: Folklore und Sexismus. Der "Höhepunkt": "Was sind die drei wichtigsten Dinge der Welt? Cola light, Marlboro light, Weiberleit."

Das Publikum brüllt. Ich auch: Gnade!

Als Nächstes: eine "Sex and the City"-Persiflage. Kellner: "Was kann ich für sie tun?" Frau: "Schenken sie mir ein Kind!" Kellner: "Aber Kinder schenkt man doch nicht, die werden geboren!" Sie: "Dann bohren sie mir eines!"

Ein Blick auf die Uhr. Erst 25 von hundert Minuten Sendezeit. "Sex and the City" spielt "Wünsch dir was": Eine Frau: "Ich wäre am liebsten ein Rettungsauto: einen ganzen Mann hinten drinnen und mit Tatü-Tatata durch die Stadt."

Ich halte die Fernbedienung an meine Schläfe - und drücke ab. (flu/DER STANDARD; Printausgabe, 27.2.2006)

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    foto: orf
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