Mordfall Hariri: Paris lehnt Auslieferung von Syrer an Beirut ab

5. März 2006, 19:49
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Ex-Geheimdienstagent Assediq könnte Hinrichtung drohen

Paris - Frankreich hat einen ehemaligen syrischen Geheimdienstoffizier auf freien Fuß gesetzt, der von der libanesischen Justiz in Zusammenhang mit der Ermordung des ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri gesucht wird. Beirut hatte von Paris die Auslieferung von Suheir Mohammad Said Assediq verlangt. Die Ermittlungskammer des Versailler Gerichts ordnete jedoch die Freilassung des Syrers an, weil Beirut nicht garantiere, dass der Syrer nicht hingerichtet werde. Das wurde am Sonntag aus Pariser Justizkreisen bekannt.

Assediq war am 16. Oktober in Chatou auf Grund eines internationalen Haftbefehls bei Versailles festgenommen worden. Gegen ihn wird im Rahmen der UNO-Untersuchung im Mordfall Hariri ermittelt. Hariri und 20 weitere Menschen waren am 14. Februar 2005 bei einem Bombenanschlag in Beirut getötet worden. Höchste syrische Geheimdienstoffiziere und deren Verbündete in Libanon sollen nach Erkenntnissen der internationalen UNO-Ermittler in das Hariri-Attentat verwickelt sein. Die Vereinten Nationen wollen Libanon bei der Einrichtung eines Sondergerichts für Hariris Mörder unterstützen. (APA/dpa)

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