Richard Stallman für neue GPL und gegen Softwarepatente

5. März 2006, 15:21
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Auf der FOSDEM äußerte sich der Vorkämpfer für freie Software zu den aktuellen Themen

Auf dem Free and Open Source Software Developers' European Meeting (FOSDEM) 2006 äußerte sich der Gründer der Free Software Foundation (FSF) - Richard Stallman - zu den aktuellen Themen rund um freie Software. Er verteidigte seine Pläne für eine neue GPL und wetterte erneut gegen Softwarepatente.

Erweiterungsvorschläge

Stallman erläuterte seine Beweggründe für die Änderungen der GNU General Public License (GPL), der neue GPL-Entwurf ist nicht ganz unumstrittenen. Aus seiner Sicht habe man aber auf die Vielzahl von Lizenzen aus dem Open-Source-Bereich sowie auf die Verbreitung von Systemen zum digitalen Rechtekontrollmanagement (DRM) reagieren müssen.

"Sie nehmen uns die Kontrolle"

Stallman gab seine Bedenken über die aus seiner Sicht immer unverfroreneren Bemühungen von IT-Konzernen, "uns den Computer und die Kontrolle wegzunehmen", kund. Firmen wie Microsoft, Disney, Sony und Intel würden nicht nur mit dem neuen Kopierschutz AACS versuchen, das "digitale Restriktionsmanagement der Zukunft" unter die Leute zu bringen; sie würden auch dafür sorgen, dass die Rechner so konzipiert würden, "dass es hart wird für die Nutzer, sie zu kontrollieren oder sie zu modifizieren". Aus Sicht von Stallman hat die GPL - und besonders die GPLv3 - die Aufgabe es "unmöglich zu machen, freie Software zu korrumpieren".

Softwarepatente

Auf dem FOSEM in Brüssel rief Stallman zum Kampf gegen die Pläne der EU zur Sanktionierung von Softwarepatenten ausgesprochen. "Wir müssen von Anfang an auf die Zurückweisung der Regelung drängen", so seine Meinung. Das Problem bei den EU-Plänen sei vor allem die Tatsache, dass das europäische Patentamt große Machtbefugnisse bekäme. Aus Sicht von Stallman müssen nun alle gegen die Konzerne und ihre Lobby kämpfen, da "die Freiheit zur Entwicklung von Software auf dem Spiel steht". Da ein Stück Software unzählige Ideen beinhalte, ortet Stallman grundsätzliche Schwierigkeiten mit dem Patentschutz in diesem Bereich. Zwar sei noch der Mythos anzutreffen, dass pro Produkt ein einzelnes Patent erteilt werde, doch in der Realität würde sich dies höchstens noch teilweise auf den Pharmabereich umlegen lassen, keinesfalls aber auf die Computerbranche. "Wir können Millionen einzelner Komponenten in einem einzigen Programm zusammenbringen", so Stallman. Dies mache das ganze "Desaster" von Softwarepatenten deutlich.(red)

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