60.000 Flüchtlinge nach Unwettern obdachlos

3. März 2006, 10:07
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UN-Flüchtlings- hochkommissariat bittet um Hilfe

Berlin - In der algerischen Sahara sind nach schweren Regenfällen und Überschwemmungen 60.000 Flüchtlinge aus der ehemals spanischen Westsahara obdachlos. Das UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) rief am Sonntag dringend zu Spenden auf, um eine humanitäre Luftbrücke für die Flüchtlinge zu finanzieren.

Das UNHCR will über 150 Tonnen Hilfsgüter nach Tindouf im Westen Algeriens bringen. Nach tagelangen Regenfällen wurden dort vor fast zwei Wochen drei Flüchtlingslager überschwemmt. Weit über 50 Prozent der Infrastruktur in diesen Lagern wurde nach Angaben der UN-Organisation ebenfalls von den Wassermassen vernichtet.

Luftbrücke

800 Zelte, 43.000 Decken, 10.000 Matratzen, 3.000 Plastikplanen und 8.000 Wasserkanister sollen per Luftbrücke zu den Flutopfern gelangen. Hierzu seien 10 bis 15 weitere Hilfsflüge notwendig, für die dem UNHCR die finanziellen Mittel fehlen. Die meisten Flüchtlinge, die vor 30 Jahren nach der Besetzung der ehemals spanischen Westsahara durch Marokko nach Algerien flüchteten und seither in Lagern leben, wurden vorübergehend in Zelten untergebracht.

Der Westsahara-Konflikt ist weiter ungelöst. Eine von den UN geplantes Referendum scheiterte bisher daran, dass sich Marokko und die Westsahara-Befreiungsfront Polisario nicht auf die Bedingungen einigen konnten. (APA/dpa)

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