Bode Miller lässt Asien aus

5. März 2006, 16:55
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Amerikaner reist nach Paris - Miller zu Olympia-Flop: "I did it my way" - Weltcup-Sieg Raichs rückte gewaltigen Schritt näher

Sestriere - Bode Miller wird die kommenden Weltcup-Rennen in Yongpyong/Südkorea und Shigakogen/Japan auslassen. Das bestätigte Millers PR-Mann Marc Habermann am Sonntag gegenüber der APA - Austria Presse Agentur. In Asien finden an den kommenden beiden Wochenende jeweils zwei Riesentorläufe und Slaloms statt. Der 28-Jährige, der bei den Winterspielen in allen fünf Bewerben ohne Medaille blieb, wird stattdessen nach Paris reisen und dort seine Schwester treffen.

Nach dem Abstecher nach Paris wird Miller vorzeitig zum Weltcup-Finale nach Aare anreisen und dort mit US-Speed-Coach John McBride einige Extraschichten einlegen. "Innerlich hat er es wahrscheinlich schon länger beschlossen, aber er wollte sich mit der Entscheidung ein wenig Zeit lassen", so Habermann zur Weltcup-Pause seines Schützlings.

Bereits im Jänner hatte der Gesamt-Weltcup-Sieger 2005 die Rennen in Garmisch-Partenkirchen ausgelassen. Miller reiste daraufhin nach Dubai, wo er dann u.a. Golf spielte und seinen im Sommer bei einem Verkehrsunfall schwer verletzten Bruder Chelone traf. Mit Millers Asien-Verzicht ist der erste Gesamt-Weltcup-Sieg des frisch gebackenen Doppel-Olympiasiegers Benjamin Raich einen gewaltigen Schritt näher gerückt.

Der vielfach als olympischer "Flop" eingereihte Miller hat freilich in Sestriere bewiesen, dass er lebt, was er vor den Spielen stets gesagt hat und all jenen, die ihn als Favoriten auf den Gewinn von fünf Goldmedaillen bezeichnet hatten, stets ins Stammbuch geschrieben hatte.

Miller ist vielleicht der Athlet dieser Spiele, der den den "Olympic Spirit" am ursprünglichsten gelebt hat. "Resultate sind egal, eine gute Zeit zu haben, nicht", sagte Miller am Ende der Spiele gegenüber der Agentur AP. Er sei kein Märtyrer, er habe einfach Spaß haben wollen, so Miller. Im O-Ton hieß das: "I did it my way!"(APA)

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