UMP-Basis ernannte Kandidaten für Pariser Bürgermeisterwahl

3. März 2006, 07:27
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Bezirksbürgermeisterin Panafieu und Pariser UMP-Fraktionssprecher Goasguen bei Stichwahl am 4. März - Ex-Bürgermeister Tiberi aus dem Rennen

Paris - Bei den Vorwahlen der französischen Regierungspartei "Union für eine Volksbewegung" (UMP) zur Benennung des Pariser Bürgermeisterkandidaten für 2008 haben Francoise de Panafieu und Claude Goasguen die Nase vorn. Die Bezirksbürgermeisterin des 17. Arrondissements erhielt in einer Basisabstimmung am Samstag 40,69 Prozent der Stimmen, der UMP-Fraktionschef im Stadtrat folgte mit 23,43 Prozent. Die beiden Kandidaten treten am 4. März in einer Stichwahl gegeneinander an.

Die zwei weiteren UMP-Kandidaten im Rennen für den Bürgermeistersessel, den seit 2001 der Sozialist Bertrand Delanoe (PS) besetzt, schieden bereits im ersten Wahlgang aus. Es handelt sich um den Abgeordneten Pierre Lellouche, für den 18,95 Prozent stimmten, und den ehemaligen Pariser Stadtvater Jean Tiberi (1995-2001), der 18,98 Prozent der Stimmen erhielt. Zur Wahl aufgerufen waren in einer Direktabstimmung die 10.600 UMP-Mitglieder in der Seine-Metropole. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Partei bei mehr als 78 Prozent.

"Unweigerlicher Erfolg der Demokratie"

Der Pariser UMP-Chef Philippe Goujon bezeichnete die Vorwahlen als "unweigerlichen Erfolg der Demokratie, der Transparenz und der Mobilisierung". De Panafieu betonte, dass aus den Vorwahlen nicht ein Sieger und vier Verlierer hervorgehen werden, "sondern vier gewählte Volksvertreter, die dazu entschlossen sind, gemeinsam das Pariser Rathaus zu erobern". Vor der Stichwahl veranstalten de Panafieu und Goasguen am Donnerstag eine große Wahlveranstaltung in Paris.

Die Pariser UMP-Vorwahlen wurden auf Initiative von Parteichef und Innenminister Nicolas Sarkozy veranstaltet und sollen auch für die Präsidentenwahlen von 2007 organisiert werden. Im Rennen um den Elysee-Palast will dann Sarkozy selbst antreten. Diese Methode der Benennung der UMP-Kandidaten, die vordem noch nie in der konservativen Partei angewandt worden war und eine Statutenänderung erforderte, ist allerdings nicht unumstritten. So betonte etwa Premierminister Dominique de Villepin (UMP), der als möglicher Kandidat für den Elysee-Palast gilt, dass die Präsidentenwahl "ein Rendezvous zwischen dem Volk und dem Kandidaten" sei. Auch für den Pariser Bürgermeistersessel will der UMP-Politiker Bernard Debre, Bruder des Präsidenten der Nationalversammlung Jean-Louis Debre (UMP) und Sohn des ehemaligen Premierministers Michel Debre, ohne Investitur ins Rennen gehen. (APA)

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