Australien: "Jihad Jack" wegen Unterstützung durch Al Kaida verurteilt

2. März 2006, 14:30
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Terrornetzwerk gab Taxifahrer angeblich 3.500 Dollar und Flugticket

Melbourne - Ein unter dem Namen "Jihad Jack" bekannter Australier ist in Melbourne wegen finanzieller Unterstützung durch das Terrornetzwerk Al Kaida und Passfälschung schuldig gesprochen worden. Schwerwiegendere Anklagepunkte wegen Terrorismus gegen den 32-jährigen Joseph Terrence Thomas ließen die Geschworenen am Sonntag nach mehr als zweitägigen Beratungen jedoch fallen.

Der ehemalige Taxifahrer wurde von dem Verdacht freigesprochen, das Al-Kaida-Netzwerk von Osama bin Laden vorsätzlich unterstützt und bei der Ausübung von Anschlägen geholfen zu haben. Thomas drohen bis zu 27 Jahre Haft, Anfang März soll das Urteil gefällt werden.

Trainingslager

Laut Staatsanwaltschaft hielt Thomas sich vor den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA in einem Al-Kaida-Trainingslager in Afghanistan auf. 2002 reiste er nach Pakistan, wo er ranghohe Al-Kaida-Vertreter traf. Wegen mutmaßlicher Terror-Verbindungen wurde er dort sechs Monate lang festgehalten. Ein Al-Kaida-Mitglied stattete ihn schließlich mit einem Rückflugticket nach Australien und 3.500 Dollar (2.950 Euro) aus. Nach seiner Rückkehr in sein Heimatland wurde Thomas im November 2004 unter dem Verdacht festgenommen, ein so genannter Schläfer von Al Kaida zu sein. Er ist der erste Australier, der nach neuen Anti-Terror-Gesetzen schuldig gesprochen wurde, die in Folge der Anschläge von 2001 verabschiedet worden waren. (APA)

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