Solstar wieder insolvent

7. März 2006, 20:02
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Zweite Pleite des österreichisch-russischen Brillenproduzenten innerhalb von zweieinhalb Jahren

Klagenfurt - Zum zweiten Mal innerhalb von zweieinhalb Jahren ist der Brillenproduzent "Solstar" in die Zahlungsunfähigkeit geschlittert. Nach der ersten Pleite im August 2003 war der Betrieb mit Sitz in Spittal/Drau in Kärnten und einer Niederlassung im steirischen Hartberg vom früheren russischen Energieminister Petr Rodionov und dessen Sohn aufgefangen worden, jetzt betragen die Schulden laut Konkursantrag wieder mindestens 3,8 Mio. Euro.

Laut Kreditschutzverband von 1870 sind in Spittal/Drau 57 Arbeitsplätze gefährdet, in Hartberg stellen 36 Mitarbeiter Metall- und Kunststoffteile für Brillenfassungen her. Den Konkurs angemeldet haben die Solstar Brillenmode GmbH, eine Liegenschaftsgesellschaft, sowie die Solstar Produktion GmbH. Die Aktiva der Produktionsfirma betragen 1,38 Millionen Euro. In den kommenden Tagen soll sich entscheiden, ob die Betriebe in Kärnten und der Steiermark weitergeführt werden.

Nach der ersten Pleite hatte der damalige Kärntner Wirtschaftsreferent LHStv. Karl Pfeifenberger die russischen Investoren an Land gezogen. Zur Sanierung des Betriebes gab es 320.000 Euro schoss vom Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds (KWF) und 220.000 Euro vom Wirtschaftsministerium. Die Rodionovs sollen 1,25 Millionen Euro investiert haben.

Wirtschaftliche Fehleinschätzung

Hauptursache der jetzigen Zahlungsunfähigkeit soll wirtschaftliche Fehleinschätzung sein. Laut Konkursantrag habe das Management die benötigte Zeit zum Neuaufbau des Handelsgeschäfts falsch eingeschätzt. Zugleich soll es zu Liquiditätsproblemen durch Forderungsausfälle gekommen sein. Ein Ausfall von 400.000 Euro wird im Konkursantrag dem deutschen Großkunden ASV Vertriebs GmbH, einer Tochterfirma des Axel Springer Verlags, zugeschrieben. Bei dem angeblich geplatzten Auftrag soll es sich um Fan-Brillen für die Fußball-WM 2006 in Deutschland gehandelt haben. (APA)

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