US-Gericht bestätigt Entzug von Staatsbürgerschaft für Ex-KZ-Aufseher

2. März 2006, 13:07
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81-Jähriger lebte seit 1956 in den USA und wird beschuldigt, persönlich an Nazi-Verbrechen beteiligt gewesen zu sein

Chicago - Ein US-Gericht hat die Entscheidung der Regierung in Washington bestätigt, einem ehemaligen KZ-Aufseher aus Jugoslawien die US-Staatsbürgerschaft zu entziehen. Wie das Justizministerium am Freitag mitteilte, wurde Josias Kumpf von einem Berufungsgericht in Chicago am Donnerstag für schuldig befunden, persönlich an den Nazi-Verbrechen beteiligt gewesen zu sein. So hatte bereits im Mai auch ein Bundesrichter in Milwaukee geurteilt.

Der 81-Jährige hatte zugegeben, unter anderem in dem Lager Trawniki in Polen Aufseher gewesen zu sein. Dort waren 1943 an einem einzigen Tag 8000 jüdische Männer, Frauen und Kinder ermordet worden.

Baldige Ausweisung

Kumpf, der in Racine im US-Bundesstaat Wisconsin lebt, war 1956 in die USA ausgewandert. 1964 hatte er die US-Staatsbürgerschaft erhalten; im September 2003 entschied die US-Regierung, ihm diese wieder zu entziehen. Nach dem jüngsten Urteil soll Kumpf nun so schnell wie möglich ausgewiesen werden, teilte das Justizministerium weiter mit. (APA)

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    Josias Kumpf war anderem in dem Lager Trawniki in Polen Aufseher.

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