Gibt es eigentlich noch Nachkommen?

3. März 2006, 21:05
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Peter Hofer fragt: Gibt es eigentlich noch Nachkommen Mozarts?

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Zwischen 1783 und 1791 brachte Constanze Mozart insgesamt sechs Kinder zur Welt. Vier davon starben im Säuglingsalter, die Kindheit überlebten nur Carl Thomas (geb. 1784) und Franz Xaver (geb. 1791). Nach Mozarts Tod kam der siebenjährige Carl Thomas zur Erziehung nach Prag, mit 14 übersiedelte er nach Livorno in Italien, wo er eine Handelslehre begann. 1805 ging er nach Mailand, studierte Musik, schlug dann allerdings eine Beamtenlaufbahn ein. 1858 starb er kinderlos in Mailand.

Franz Xaver, der sich auf Anraten seiner Mutter Wolfgang Amadeus nannte, erhielt als Fünfjähriger seinen ersten Klavierunterricht beim späteren Mozart-Biografen Franz Xaver Niemetschek und studierte bei namhaften Musiklehrern, u. a. bei Antonio Salieri. 1802, im Alter von elf Jahren, trat er mit seiner ersten Komposition an die Öffentlichkeit. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich als Musiklehrer und als Künstler. Franz Xaver starb 1844 in Karlsbad, ebenso wie später sein Bruder, kinderlos.

Da auch das einzige Kind von Mozarts Schwester Nannerl, das das Erwachsenenalter erreichte, keine Nachkommen hatte, starb also mit Carl Thomas am 31. Oktober 1858 der Salzburger Zweig der Familie Mozart aus.

Diese Angaben gehen natürlich von der Hypothese aus, dass Mozart keine unehelichen Kinder hatte und dass auch seine beiden Söhne und der Sohn seiner Schwester Nannerl keine illegitimen Nachkommen zeugten. In diesem Falle müsste die Genealogie der Familie Mozart neu aufgerollt werden, wobei sich die Frage stellt, ob das aus heutiger Sicht überhaupt noch möglich wäre. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang sind vielleicht noch die Gerüchte, die sich um das Attentat Franz Hofdemels auf seine Frau Magdalena ranken.

Einen Tag nach Mozarts Tod verletzte Hofdemel seine im vierten Monat schwangere Ehefrau mit einem Rasiermesser schwer im Gesicht und beging anschließend Selbstmord. Angeblich war Hofdemel davon überzeugt, dass der Vater des Kindes, das seine Frau erwartete, Mozart war. Die 26-jährige Magdalena Hofdemel, eine ehemalige Klavierschülerin Mozarts, brachte jedenfalls am 10. Mai 1792 einen Knaben namens Johann Alexander Franz zur Welt. Ob dessen Vater Hofdemel oder Mozart war, wird wohl für immer im Dunkeln bleiben. (ALBUM/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25./26. 2. 2006)

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