Ex-Geheimdienstchef Dichter: Israel könnte Haniyeh ins Visier nehmen

2. März 2006, 14:21
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Designierter Palästinenserpremier wäre nach Terroranschlägen "legitimes Ziel"

Jerusalem - Israel könnte nach Aussagen des früheren Geheimdienstchefs Avi Dichter den designierten palästinensischen Ministerpräsidenten Ismail Haniyeh ins Visier nehmen. Sollte die radikalislamische Palästinenser-Organisation Hamas Terroranschläge in Israel verüben, wäre Haniyehs Tötung legitim, sagte Dichter in einem Interview der Zeitung "Yedioth Ahronoth". Fiele Haniyeh der israelischen Armee jemals in die Hände, würde er sofort verhaftet, fügte er hinzu. Haniyeh würde auch als Ministerpräsident keine Immunität gewährt.

Ex-Shin-Bet-Chef

"Haniyeh war und bleibt ein Mann des Terrors", sagte Dichter. "Wenn er sich an einem militärischen Kontrollpunkt blicken ließe, würde er, denke ich, verhaftet, verhört und wegen Beteiligung an terroristischen Anschlägen vor Gericht gestellt." Dichter leitete früher den israelischen Inlandsgeheimdienst Shin Bet und wird als möglicher künftiger Verteidigungsminister gehandelt. Er gilt zudem als einer der geistigen Väter der israelischen Politik gezielter Tötungen von palästinensischen Extremisten. Er hat zur Zeit kein politisches Amt inne.

Die Hamas hat seit dem Beginn des Palästinenser-Aufstands im Jahr 2000 mindestens 60 Selbstmordanschläge verübt. Die Organisation, zu deren Zielen die Vernichtung Israels gehört, hatte am 25. Jänner überraschend die palästinensischen Parlamentswahlen gewonnen. Präsident Mahmoud Abbas (Abu Mazen) hat Haniyeh vor wenigen Tagen den Auftrag zur Regierungsbildung erteilt. (APA/Reuters)

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