Dänemark versucht mit Video Karikaturen-Konflikt zu entschärfen

3. März 2006, 14:30
posten

Außenminister Möller stellt auf Band Dialog-Initiativen vor

Kopenhagen - Die dänische Regierung hat ein Video an arabische Fernsehsender geschickt, mit dem sie den Konflikt um die Karikaturen des Propheten Mohammed entschärfen will. Auf dem Band stellt Außenminister Per Stig Möller entsprechende Initiativen vor, darunter eine Konferenz über religiösen und kulturellen Dialog, die im März in Kopenhagen stattfinden soll, wie sein Ministerium am Freitag mitteilte.

Außerdem will Dänemark der von den Vereinten Nationen gegründeten "Allianz der Zivilisationen" eine großzügige Spende machen. Die Behörde hat zum Ziel, kulturelle Vorurteile zu bekämpfen und Differenzen zu überwinden. Ein kulturelles Festival unter dem Motto "Bilder des Islam", soll demnach ebenfalls organisiert werden. Das Land habe die Reaktionen im Ausland wahrgenommen, sagte der Sprecher des dänischen Außenministeriums. Mit den Initiativen solle nun eine respektvoller Dialog gefördert werden.

Im vergangenen Jahr waren in der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" die Mohammed-Karikaturen zuerst veröffentlicht worden. Andere europäische Zeitungen - auch österreichische - druckten sie später nach. Die Veröffentlichungen führten in der Folge zu teils gewaltsamen Protesten in der moslemischen Welt. Dabei wurden unter anderem die dänischen Botschaften in Syrien und im Libanon in Brand gesteckt. Im Islam gilt eine bildliche Darstellung des Propheten Mohammed als Gotteslästerung. Die dänische Regierung bemüht sich seitdem um eine Verbesserung der Beziehungen zu Moslems im eigenen Land und weltweit. Eine Entschuldigung für die Veröffentlichung in der Zeitung gab es von Seiten der Regierung aber nicht. (APA/Reuters)

Share if you care.