EZB-Kreise sehen weitere Zinserhöhung nach März

1. März 2006, 17:14
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Am Finanzmarkt wird fest mit einer zweiten Zinserhöhung der EZB am 2. März um 25 Basispunkte auf einen Leitzins von 2,50 Prozent gerechnet

Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) zieht einem Medienbericht zufolge nach der absehbaren Zinserhöhung in der kommenden Woche mindestens noch einen weiteren Zinsschritt in diesem Jahr in Betracht.

"Nach den Daten, die uns bisher vorliegen, kann ich annehmen, dass es eine weitere Zinserhöhung (nach März) geben wird, vermutlich im September", zitierte die Nachrichtenagentur Market News (MNSI) einen führenden Vertreter des Eurosystems. Auch danach werde die EZB vorbeugend handeln, um indirekte Effekte des Ölpreisanstiegs zu verhindern. Auch ein zweiter Zentralbanker habe die Markterwartung weiterer Zinsschritte als "vollkommen plausibel" bezeichnet.

Am Finanzmarkt wird fest mit einer zweiten Zinserhöhung der EZB am 2. März um 25 Basispunkte auf einen Leitzins von 2,50 Prozent gerechnet. Einer der Zentralbanker sagte MNSI zufolge, schon bei der ersten Zinserhöhung um einen Viertel Prozentpunkt im Dezember habe festgestanden, dass noch mindestens eine weitere Anhebung in diesem Ausmaß folgen müsse.

Teuerungsrate über zwei Prozent

Einer der nicht namentlich genannten Zentralbankvertreter sagte außerdem, die Inflationsprognosen der EZB-Volkswirte für dieses und das kommende Jahr seien erhöht worden, so dass die erwartete Teuerungsrate nicht nur in diesem, sondern auch in den kommenden beiden Jahren knapp über zwei Prozent liege. "Nach unseren gegenwärtigen Projektionen erwarten wir ein Verharren der Inflation über unserem Ziel über 2006 hinaus - ich meine 2007 und 2008." Eine Teuerungsrate über zwei Prozent im kommenden Jahr bestätigte auch eine zweite Quelle. Die Risiken wiesen bei der Inflationsprognose zweifellos nach oben angesichts der Möglichkeit weiteren Ölpreisanstiegs.

Im Dezember prognostizierten die Volkswirte der EZB, die Preisstabilität mit Teuerungsraten knapp unter zwei Prozent anstrebt, im Mittelwert einen Rückgang der Inflationsrate von 2,1 Prozent in diesem auf 2,0 Prozent im nächsten Jahr. (APA/Reuters)

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