Ungarn will Chinas Tor zur EU werden

16. März 2006, 15:53
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Bilateraler Handel in fünf Jahren fast vervierfacht - Handelsvolumen zwischen China und EU stieg 2005 um ein Viertel auf 181 Milliarden Euro

Budapest - Die ungarische Regierung werde sich mit allen verfügbaren Mitteln dafür einsetzen, dass Ungarn Chinas Tor zu den Absatzmärkten in der EU sowie in Ost- und Südosteuropa wird - das sagte der für die ungarisch-chinesischen Beziehungen zuständige Regierungsbeauftragte Andras Huszty gestern, Donnerstag, bei einer Pressekonferenz.

Chinesische Waren, die in Ungarn produziert oder gefertigt werden, könnten zollfrei auf die EU-Märkte gebracht werden, sagte Huszty beim Jahresforum der Vereinigung ungarischer Logistikunternehmen. Er verwies dabei auf Pläne in der EU, Schutzzölle gegen Schuhimporte aus Asien zu verhängen, berichtet die ungarische Nachrichtenagentur MTI.

Exportschwerpunkt auf Maschinen und Fahrzeugteilen

Der Handel zwischen Ungarn und China hat sich in den vergangenen fünf Jahren nahezu vervierfacht. 2005 betrug das bilaterale Handelsvolumen 3,7 Milliarden Dollar (3,09 Mrd. Euro), wovon 90 Prozent auf den Import chinesischer Waren entfallen. 80 Prozent dieser Importe werden allerdings weiter exportiert - der Wert der chinesischen Güter, die in Ungarn bleiben, entspricht also ungefähr den ungarischen Exporten nach China. Rund 80 Prozent der ungarischen Exporte und Importe aus China sind Maschinen und Fahrzeugteile.

Joint-Ventures

Es gebe in China verschiedene Joint Ventures zwischen ungarischen und chinesischen Unternehmen, allerdings handle es sich bei den ungarischen Partnern zumeist um chinesische Unternehmen mit Sitz in Ungarn, erklärte Huszty. Die ungarischen Investitionen in China nehmen sich mit 61 Millionen Dollar recht bescheiden aus. Chinas Investitionen in Ungarn sind mit 120 Millionen Dollar doppelt so groß. In Ungarn sind rund 3.000 chinesische Firmen registriert - die meisten davon sind kleine Restaurants, Textil- oder Schuhhändler.

Nach Angaben des chinesischen Botschafters in Budapest, Zhu Zushon, ist das Handelsvolumen zwischen China und der Europäischen Union 2005 um 23 Prozent auf 217 Milliarden Dollar (181 Mrd. Euro) gestiegen. Die EU bleibe damit Chinas wichtigster Handelspartner. Für die EU sei China wiederum der zweitwichtigste Handelspartner nach den USA. (APA)

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