Aufhören für Reinke kein Thema

8. März 2006, 11:29
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Der nach Zusammenprall mit Martin Stranzl schwer verletzte Werder-Tormann spricht erstmals über den schlimmen Unfall

Bremen - Nur zwei Wochen nach dem bösen Unfall im Bundesliga-Spiel gegen den VfB denkt Andreas Reinke schon wieder an eine Rückkehr auf den Fußballplatz. Allerdings lässt der Goalie von Werder Bremen im Rückblick auf die Szene in der 82. Minute auch nachdenkliche Töne anklingen. "Ich hätte behindert sein können", sagte Reinke über seinen Zusammenprall mit Österreichs Teamverteidiger Martin Stranzl.

Der 37-jährige Routinier, der sich die Szene bis heute nicht im Fernsehen angesehen hat, erlitt bei dem Zwischenfall einen mehrfachen Nasenbruch und einen Trümmerbruch des Stirnbeins. Dass die Knochensplitter nicht auch noch die Hirnhaut beschädigt haben war reines Glück. "Die Ärzte haben mir gesagt, dass sie so brutale Brüche nur nach Autounfällen gesehen haben, bei denen Leute gegen einen Baum gefahren sind", berichtete Reinke. "Das war sicher einer der heftigsten Einschnitte in meinem Leben."

Unmittelbar vor der Operation nicht klar, in welchem Zustand der Patient nach dem Eingriff aufwachen würde. Reinke musste sogar Vorkehrungen für die Zukunft treffen. "Ich habe die Schwester um einen Zettel und einen Stift gebeten, um ein paar Gedanken an meine Familie und Freunde aufzuschreiben und einige Dinge zu regeln", erklärte Reinke. "Das war mir wichtig, bevor ich vielleicht nicht mehr weiß, wer ich bin."

Irgendwann kommt das Vergessen

Zum Glück verlief der Eingriff aber ohne Komplikationen. "Die erste Woche nach der Operation war die schlimmste. In dieser Zeit war ich kaum in der Lage, mehr als drei Worte zu sprechen. Mein Kopf war doppelt so dick." Doch ein Karriere-Ende war für Reinke nie ein Thema: "Seit ich das erste Auge nach der Operation öffnen konnte, habe ich nicht ein Mal ans Aufhören gedacht."

Schon in der kommenden Woche will er wieder erste Fitness-Übungen machen und dann mit einer Spezialmaske noch vor Ablauf der von den Ärzten prognostizierten sechs wöchigen Pause ins Mannschaftstraining einsteigen. Angst, der Unfall könne ihn über die Maßen hemmen, hat Reinke nicht. "Ich bin sicher, dass ich das auch auf Grund meiner Erfahrung besser verarbeite, als vielleicht ein junger Spieler", meinte Reinke. "Irgendwann werde ich dann den Schritt machen und in den Zweikämpfen nicht mehr daran denken." (APA/dpa)

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    Andreas Reinke: "Mein Kopf war doppelt so dick."

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