Gewerkschaft will mit Broschüre Debatte beleben

7. Juni 2006, 11:34
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Neugebauer: Schüler sollen das nicht im Vorbeigehen machen - Eltern sensibilisieren

Mit ihren Broschüren zur Vorbereitung auf die PISA-Studie möchte die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) die bildungspolitische Debatte beleben. "Wir wollen als Gewerkschaft nicht nur das tun, wozu wir in der öffentlichen Meinung da sind, nämlich uns um sozialen Status, Dienstrecht und Pensionen kümmern", so GÖD-Vorsitzender Fritz Neugebauer gegenüber der APA. Es sei "immer schon gute Tradition gewesen", dass sich gerade die Lehrer auch als Träger oder Drehscheibe der Meinung zu bildungspolitischen Diskussionen berufen fühlen.

Wichtige Tests Die an alle Schüler des Testjahrgangs 1990 bei der nächsten PISA-Studie im Frühjahr verteilten Broschüren mit konkreten Beispielen und Informationen sollen den Schülern einige Dinge klarmachen. Die Studie führe automatisch zu Rankings, meinte Neugebauer. Diese spielten nicht zuletzt eine Rolle bei künftigen Betriebsansiedlungen und Unternehmensgründungen in Österreich, betonte Broschüren-Autor Jürgen Rainer. Daher solle den Schüler klar werden, dass die außerhalb der Unterrichtszeit stattfindende Testung "nicht im Vorbeigehen gemacht" werden sollte, so Neugebauer.

Darüber hinaus habe der PISA-Test "Eigenheiten, die wir in Österreich nicht kennen". Es gehe dabei weniger um Faktenwissen als um die "Abfrage eines vernetzten analytischen Denkens", so Neugebauer. Nicht zuletzt wolle man mit der beigelegten Eltern-Broschüre auch die Erziehungsberechtigten sensibilisieren und an ihre Mitverantwortung erinnern.

Übungsbeispiele

Die beiden Broschüren richten sich an insgesamt mehr als 90.000 Schüler. Dabei erhält jede Schule einige Exemplare sowie per Mail die entsprechenden pdf-Dateien. Enthalten sind von der OECD freigegebene Beispielaufgaben, die auch didaktisch aufbereitet werden, samt Lösungen sowie Informationen über den Testablauf. Bei der Erstellung bzw. beim Vertrieb wird mit Bildungsministerium bzw. Wirtschaftskammer kooperiert.

Die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) durchgeführte Studie PISA (Programme for International Student Assessment) ist der größte internationale Schüler-Leistungstest. 2006 werden dabei Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten von 15- bis 16-jährigen Schülern des Altersjahrgangs 1990 getestet. In Österreich wird dafür eine Zufallsstichprobe von rund 5.000 Jugendlichen untersucht. Abgefragt wird in drei Kategorien: Der Schwerpunkt liegt heuer bei Naturwissenschaften, daneben werden auch noch Lese- und Mathematik-Kompetenz getestet. Die Publikation der Ergebnisse erfolgt im Dezember 2007. Bei der letzten PISA-Studie 2003 landete Österreich im Mittelfeld, lag aber tendenziell schlechter als im Jahr 2000. (APA)

Im Internet unter www.classroom.at
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