Lugner sorgte für kleinen Eklat auf der Feststiege

3. März 2006, 22:09
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"Mörtel" nahm Abkürzung durch den Seiteneingang und schnitt dem Bundespräsidenten Heinz Fischer den Weg ab

Wien - Wolfgang Amadeus Mozart hätte sich bei der 50. Ausgabe des Wiener Opernballes in der Zweiten Republik wohl köstlich amüsiert. Während das offizielle Österreich hochkarätige Gäste hofierte sorgte das "Enfant-terrible" der Veranstaltung für einen kleinen Eklat.

Nachdem ihm von Ordnern der zeitgerechte Zutritt in die Oper verwehrt wurde, stürmte Richard Lugner mit seinem Gast, der US-Schauspielerin Carmen Electra, kurzerhand von einem Seiteneingang in die Staatsoper und schnitt ausgerechnet Bundespräsidenten Heinz Fischer auf der Feststiege den Weg ab. Hausherr Ioan Holender musste persönlich einschreiten, um die peinliche Situation zu entschärfen.

Richard Lugner war indes um Schadensbegrenzung bemüht. "Ich bin kein Provokateur", gab sich der Baumeister treuherzig. Seinen Sturm auf die Feststiege habe er nur deshalb vollzogen, weil ihm "von einem hohen Herren" der zeitgerechte Zugang verwehrt worden war. "Ich habe mir das mit den Fotografen ausgemacht und musste es einhalten", rechtfertigte sich "Mörtel". Angst, dass ihm auf Grund seiner Aktion im kommenden Jahr eine Loge verwehrt werden könnte, hatte Lugner nicht. "Naja, dann gehe ich halt zur Konkurrenz", sagte er. Opernball-Chefin Elisabeth Gürtler gab sich diplomatisch: "Ich habe das nicht gesehen.".

Lugners Gast, Carmen Electra, teilte am Ball das gleiche Schicksal wie die meisten ihrer Vorgängerinnen. Auf Schritt und Tritt wurde das ehemalige Playboy-Model von einem wahren Tross von Journalisten verfolgt, der die zierliche Schauspielerin mitunter in arge Bedrängnis brachte. Dennoch zeigte Electra, dass sie ein wahrer Profi ist und verkündete vehement: "It`s wonderful". Um Mitternacht hatte sie allerdings genug von all der Wunderbarkeit. "Es ist immer dasselbe", gab sich Lugner zerknirscht.

Für die meisten war der Opernball wie immer mit vielen repräsentativen Aufgaben verbunden. "Ich habe bis zur Mitternachtsquadrille nicht drei Minuten Schnaufpause gehabt", sagte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. "Aber, ich tanze alles außer Walzer", sagte Schüssel. Der offizielle Gast in der Regierungsloge, der Nobelpreisträger und Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation, Mohammed ElBaradei, zeigte sich begeistert: "Ich bin Opernballdebütant". (APA)

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