Kühne & Nagel gegen ÖBB-Einstieg bei Donauhäfen

27. März 2006, 15:51
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Der internationale Spediteur kritisiert Pläne der ÖBB-Tochter Rail Cargo Austria, bei österreichischen Donauhäfen verstärkt einzusteigen

Wien - Der internationale Spediteur Kühne & Nagel kritisiert die Pläne der ÖBB-Tochter Rail Cargo Austria (RCA), bei österreichischen Donauhäfen verstärkt einzusteigen. "Die Neutralität der Häfen muss gewahrt bleiben", so der Österreich-Chef von Kühne & Nagel, Friedrich Macher, zur APA. Er warnt vor der Tendenz, dass der Absatzbereich der ÖBB (RCA) bei den Häfen Wien, Krems und Enns ein Einschaurecht durch Beteiligung sichern wolle.

Wenn schon die ÖBB in die Häfen drängten, dann wenigstens mit dem Bereich Infrastruktur und nicht mit dem Absatzsektor, betonte Macher. Und er verwies auf Deutschland, wo beim Hamburger Hafen namhafte Logistikanbieter mit dem Rückzug drohten, sollte die Deutsche Bahn Eigentümer werden.

Macher: "Das RHI Konzept von Kühne + Nagel sowie der mit privaten EVUs abgewickelte Shuttle Train Enns - Rotterdam hat dazu geführt, dass der Hafen Enns, der vorher ein Schattendasein geführt hat, schlagartig zum zweitgrößten Binnenschifffahrtshafen Österreich wurde. Dies war nur möglich, weil wir es dort mit einem neutralen Partner zu tun hatten, der über eine professionelle Rolle als Logistikknoten hinaus keine betriebswirtschaftlichen Zielsetzungen verfolgt."

Kritik zurückgewiesen

Die Bundesbahnen wiesen die Kritik zurück und betonten auf APA-Anfrage, dass jeder neue Terminal völlig diskriminierungsfrei für alle Mitbewerber verwendbar sei.

Die ÖBB-Tochter Rail Cargo Austria plant zwei Beteilungen an Terminalumschlagplätzen, eine in Enns und eine in Wien/Freudenau. Wobei Enns "in näherer Zukunft" fixiert wird, hieß es von den ÖBB zur APA. Geplant ist eine 20prozentige Beteiligung, 20 Prozent soll die Linz AG und 60 Prozent der Linzer Hafen halten. Die Genehmigung der Kartellbehörde liege vor, Kaufpreis wollten die Bundesbahnen keinen nennen.

In Freudenau wird an einem gemeinsamen Standortkonzept mit Inzersdorf gearbeitet, wobei sich Inzersdorf noch in der Planungsphase befinde. Wie hoch die Beteiligung am Terminal Freudenau sein soll, sei noch nicht entschieden, hieß es. (APA)

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    Die ÖBB-Tochter Rail Cargo Austria plant zwei Beteilungen an Terminalumschlagplätzen, eine in Enns und eine in Wien/Freudenau.

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