InBev legt kräftig zu und streicht Stellen

14. März 2006, 15:43
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Der weltgrößte Brauer hat 2005 Umsatz und operativen Gewinn stärker gesteigert als von Experten erwartet -

Brüssel - Der weltgrößte Brauer InBev hat 2005 Umsatz und operativen Gewinn stärker gesteigert als von Experten erwartet. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei auf vergleichbarer Basis um 15,3 Prozent auf 3,34 Mrd. Euro geklettert, teilte das Unternehmen am Freitag in Brüssel mit. Der Umsatz stieg angetrieben vom Wachstum in Lateinamerika um 7,2 Prozent auf 11,67 Mrd. Euro. Auch hier lagen die Analystenprognosen darunter.

Im vergangenen Jahr konnten nach InBev-Angaben alle Regionen außer Westeuropa ihre operative Marge ausbauen. 2006 soll die Marge in allen InBev-Märkten deutlich zulegen.

Inbev war 2004 aus der Fusion von Interbrew und Companhia de Bebidas das Americas (AmBev) entstanden. Der Brauereikonzern ist weltweit mit den Marken Stella Artois, Brahma, Beck's und Leffe vertreten. In Deutschland gehören unter anderem noch Franziskaner und Löwenbräu zu dem Konzern. Insgesamt stellt das Unternehmen 200 verschiedene Marken her und beschäftigt 77.000 Menschen in 32 Ländern.

Alle deutschen Standorte betroffen

InBev will etwa 160 Arbeitsplätze in Deutschland streichen. Betroffen seien praktisch alle deutschen Standorte, teilte InBev Deutschland am Freitag mit. Nach Angaben eines Sprechers beginnen jetzt die Gespräche mit den Betriebsräten. Hintergrund der beabsichtigen Stellenstreichungen ist der Aufbau von zwei gesamteuropäischen Servicecentern in Osteuropa.

InBev ist in Deutschland unter anderem in München (Spaten-Franziskaner), Issum (Diebels), Bremen (Beck's Bier), Stuttgart (Dinkelacker-Schwaben Bräu), Hannover (Gilde) und Wernigerode (Hasseröder) vertreten. Der weltweit aktive Konzern mit 200 verschiedenen Marken will nun verstärkt Synergien nutzen.

Service-Center für Tschechien geplant

In einem ersten Schritt sei dazu der Aufbau eines Export-Servicecenters in Tschechien geplant, hieß es. Dies könne den Abbau von rund 35 Stellen in Deutschland bedeuten. Es sei zudem angedacht, ein weiteres Servicezentrum für die Abwicklung von Finanz- und Einkaufsprozessen in Ungarn zu errichten. "Dies führt voraussichtlich im ersten Halbjahr zu einer Reduzierung von rund 320 Arbeitsplätzen, davon etwa 125 in Deutschland." Insgesamt will InBev in verschiedenen Ländern 360 Arbeitsplätze streichen, dem stehe die Schaffung von 107 Stellen in Tschechien und von 188 Arbeitsplätzen in Ungarn gegenüber.

InBev ist durch die Fusion der belgischen Interbrew mit AmBev entstanden. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr, angetrieben vom Wachstum in Lateinamerika, um gut sieben Prozent auf 11,7 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wuchs auf vergleichbarer Basis um gut 15 Prozent auf 3,34 Mrd. Euro. Der Konzern beschäftigt weltweit 77.000 Menschen. (APA)

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