Degussa verschwindet vom Kurszettel

10. März 2006, 11:50
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Voraussetzung für eine Zwangsabfindung der verbliebenen Degussa-Aktionäre erfüllt

Düsseldorf - Die RAG steht vor der vollständigen Übernahme des Spezialchemiekonzerns Degussa, die der Mischkonzern als Voraussetzung für den eigenen Börsengang ansieht. Seit Donnerstag und damit vier Tage vor dem Ende der Angebotsfrist stünden der RAG 95,36 Prozent am Grundkapital der Degussa zu, teilte die früherer Ruhrkohle AG am Freitag mit.

Darin sei der von E.ON gehaltenen Degussa-Anteil, den die RAG für rund 2,8 Mrd. Euro übernehmen wird. Damit sei die Voraussetzung für eine Zwangsabfindung der verbliebenen Degussa-Aktionäre erfüllt. Nach dem Squeeze-Out-Verfahren will die RAG Degussa endgültig vom Kurszettel nehmen. Der Übernahme müssen noch der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen zustimmen.

"Wir kommen unserem großen Ziel, dem Börsengang, einen weiteren entscheidenden Schritt näher", sagte RAG-Chef Werner Müller. Er peilt den Börsengang des Mischkonzerns RAG für 2007 an. Die RAG hatte Ende Jänner ein Übernahmeangebot an die freien Degussa-Aktionäre über 42 Euro je Aktie abgegeben. Die RAG verfügt bereits über einen Mehrheitsanteil von 50,1 Prozent an der Degussa.

Wegmarke

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) hatte bereits erklärt, die Degussa-Übernahme sei eine wichtige Wegmarke für die Weiterentwicklung der RAG zum Energie-, Chemie- und Immobilienkonzern. Der Schritt fördere die Zukunftsfähigkeit der RAG. Nun gelte es, die weiteren Voraussetzungen für den Börsengang zu schaffen. Dies schließe belastbare Regelungen für die Zukunft des deutschen Steinkohlebergbaus ein.

Müller hatte bisher keine Einzelheiten zur Finanzierung der Degussa-Übernahme enthüllt. Der Spezialchemiekonzern verhandelt aber bereits mit BASF über den milliardenschweren Verkauf seiner Bauchemiesparte. Am Markt wird ein Preis für die Sparte von deutlich mehr als 2,5 Mrd. Euro erwartet. Wer "einen guten Schluck" mehr biete, erhalte den Zuschlag, hatte es geheißen. Die Arbeitnehmervertreter der Degussa haben sich für einen Verkauf an BASF ausgesprochen. Nur ein strategischer Investor wie der Ludwigshafener Konzern stelle sicher, dass die Mitarbeiter der Bauchemiesparte auch künftig mit klaren Tarif- und Mitbestimmungsstrukturen rechnen könnten. (APA/Reuters)

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