China wirft EU Protektionismus vor

29. März 2006, 15:39
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China werfe seine Lederschuhe nicht zu Schleuderpreisen auf den europäischen Markt - Vorwürfe der EU-Kommission ungerechtfertigt

Peking - Die Regierung in China hat am Freitag die angekündigten Anti-Dumping-Zölle der Europäischen Union (EU) auf chinesische Lederschuhe als reinen Protektionismus verurteilt. China werfe seine Lederschuhe nicht zu Schleuderpreisen auf den europäischen Markt, teilte das Handelsministerium in Peking auf seiner Internetseite mit. Die Vorwürfe der EU-Kommission seien ungerechtfertigt.

Die EU-Kommission hatte am Donnerstag bekannt gegeben, auf chinesische Lederschuhe Schutzzölle von bis zu 19,4 Prozent verhängen zu wollen. Als Grund nannten die Europäer staatliche Förderungen, die den chinesischen Schuhproduzenten geringere Kosten und damit niedrigere Preise ermöglichten.

Vietnam ebenfalls betroffen

Auch Vietnam ist von der Anti-Dumping-Offensive der EU-Kommission betroffen. So wollen die Europäer von April bis September ihre Schutzzölle auf vietnamesische Lederschuhe von vier Prozent auf 16,8 Prozent wegen staatlicher Interventionen anheben. Die Regierung in Hanoi wies die Vorwürfe ebenfalls als haltlos zurück. Vietnamesische Industrievertreter erklärten zudem, dass viele Schuhhersteller in Vietnam unter Verträgen mit westlichen Konzernen wie Adidas oder Nike stünden und daher keinen Einfluss auf Materialkosten und Verkaufspreise hätten.

Ein Vertreter der EU-Kommission in Vietnam sagte, die Europäer seien offen für Gespräche. Anfang März wolle eine EU-Delegation mit der vietnamesischen Regierung verhandeln. Er verwies jedoch darauf, dass lediglich 30 Prozent der vietnamesischen Schuhexporte von den Zöllen betroffen wären. Zudem seien die Zölle für Schuhe aus Vietnam niedriger als die aus China, was den vietnamesischen Herstellern einen klaren Wettbewerbsvorteil verschaffe. (APA/Reuters)

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