Push-to-Talk: Cingular will Sprint Nextel Konkurrenz machen

5. März 2006, 15:22
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Familien und Jugendliche sollen angesprochen werden

Der amerikanische Mobilfunkbetreiber Cingular versucht, mit verstärkter Werbung sein Push-to-Talk-Angebot (PTT) als Alternative zu SMS zu vermarkten. Damit tritt Cingular in direkte Konkurrenz zu Branchenprimus Sprint Nextel, der mit 19 Mio. Push-to-Talk-Usern mit Abstand den US-Markt anführt. Zur Zeit nutzen 20 Mio. Amerikaner die Walkie-Talkie-ähnliche Funktion bei Handys, bei der User per Knopfdruck miteinander kommunizieren können. In Deutschland wird der Service von t-mobile seit September 2004 angeboten. "Wir sind mit der Resonanz bisher sehr zufrieden", berichtet Ramona Stahl von der Pressestelle des Unternehmens im Gespräch mit pressetext. "Es ist ein eindeutiger Aufwärtstrend erkennbar." Eine Analyse des US-Forschungsunternehmens In-Stat von 2005 hatte dem PTT-Service einen langsamen, aber stetigen Aufschwung prophezeit.

Alternativ

Push-to-Talk ist vor allem für Geschäftskunden als Alternative zu teuren Funkanlagen interessant. Anwendung findet PTT etwa im Baugewerbe, im Außendienst, bei Sicherheitsunternehmen und Event-Teams. "Unser Fokus liegt auf kleinen und mittleren Betrieben, für welche die Anschaffung eines Funkgerätes Sinn machen würde", erklärt Ramona Stahl. Allein im letzten Jahr habe t-mobile mehrere Mio. push-to-talk-fähige Handys verkauft. Auch der deutschen Mobilfunkanbieter mobilcom steht der neuen Technologie weiterhin positiv gegenüber. Mobilcom hatte ursprünglich geplant, als erster deutscher Anbieter Push-to-Talk auf den Markt zu bringen, war damit aber letztendlich gescheitert. "Der Markt wäre da", ist sich Bernd Eilitz, Pressesprecher von mobilcom, im Gespräch mit pressetext sicher. Grundsätzlich sei mobilcom immer noch an der Technologie interessiert, das Unternehmen sei dabei aber auf die Kooperation der Netze angewiesen. "Push-to-Talk hat nicht nur einen kommerziellen Nutzen, sondern auch auf dem Schulhof seinen Reiz", meint Eilitz.

Ranking

In den USA will man nun versuchen, mit Push-to-Talk vermehrt Teenager und Familien anzusprechen. Eine Umfrage von Forrester Research kam zu dem Ergebnis, dass Push-to-Talk als Handy-Feature für die jüngere Generation weit hinter einer integrierten Kamera, SMS und Farbbildschirm rangiert. Sprint Nextel plant nun, sein PTT-Angebot mit weiteren Services wie etwa dem Abruf von Sportergebnissen zu erweitern und auch Cingular will sich ganz auf Familien und Freundeskreise konzentrieren. Das Zuschicken von Fotos während eines Gesprächs über PTT ist für Sprint-Kunden bereits möglich.

Hintergrund

Technisch gesehen ist PTT ein Datendienst. Der Benutzer spricht eine Sprachnachricht ein und diese wird dann umgewandelt in einen Datenstream und per GPRS oder UMTS versendet. Auf diese Weise können mehrere Empfänger gleichzeitig erreicht werden, gleichzeitig Sprechen und Hören wie bei herkömmlichen Telefonen geht jedoch nicht. Größter Nachteil von PTT ist, dass der Service nur innerhalb eines Anbieters genutzt werden kann. (pte)

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