Ursprung des galaktischen Röntgenlichts geklärt

26. Februar 2006, 12:30
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Das Röntgenleuchten der Milchstraße stammt von Millionen bisher unentdeckter Objekte

Washington - Millionen bisher unentdeckter Objekte sind für das Röntgenleuchten der Milchstraße verantwortlich. Dies ergab nach Angaben der US-Weltraumbehörde NASA in Washington vom Donnerstag die Auswertung der mit dem amerikanischen Röntgensatelliten "Rossi" gewonnenen Daten. Bisher galt das Röntgenleuchten als ein Rätsel, wie die NASA betont.

Das schimmernde Band der Milchstraße war schon von Galileo Galilei vor fast 400 Jahren als Myriade von Sternen identifiziert worden. Nun hat laut der NASA ein internationales Forscherteam gezeigt, dass sich auch das allgemeine Röntgenleuchten der Milchstraße aus einzelnen Lichtquellen zusammensetzt. Es handle sich vor allem um Doppelsterne, in denen jeweils ein Weißer Zwergstern von seinem Begleitstern Gas absaugt, sowie Hunderte von Millionen gewöhnlicher Sterne mit aktiven Gashüllen. Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, hätte dies laut der NASA erhebliche Auswirkungen auf das Verständnis der Geschichte der Galaxien.

Publikation

Wissenschafter des Max-Planck-Instituts für Astrophysik in Garching bei München und die Russische Akademie der Wissenschaften in Moskau werden in Kürze in zwei Beiträgen ihre Erkenntnisse über die Milchstraße im Fachblatt "Astronomy & Astrophysics" veröffentlichen.

Astronom Mikhail Revnivtsev vom Garchinger Max-Planck-Institut verglich das Röntgenleuchten mit dem diffusen Schimmer einer Stadt, den man nachts aus einem Flugzeug sieht: "Nur beim Näherkommen kann man die einzelnen Quellen erkennen, von denen die Strahlung stammt, die Lichter der Häuser, Straßenlampen, Autos." Die jüngste Untersuchung und die neue Röntgen-Karte der Milchstraße basieren auf der Datensammlung des "Rossi"-Satelliten über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg. (APA/dpa/red)

  • Der galaktische Röntgenhintergrund stammt von einer sehr großen Zahl von einzelnen schwachen Quellen. Das Bild zeigt das von "Rossi" gemessene Röntgenbild (Konturlinien) und das vom COBE-Satelliten aufgenommene Bild der Milchstraße im nahen Infrarot (Farbe).
    bild: nasa/max-planck-institut für astrophysik

    Der galaktische Röntgenhintergrund stammt von einer sehr großen Zahl von einzelnen schwachen Quellen. Das Bild zeigt das von "Rossi" gemessene Röntgenbild (Konturlinien) und das vom COBE-Satelliten aufgenommene Bild der Milchstraße im nahen Infrarot (Farbe).

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