Ausgebremst

9. März 2006, 21:00
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Katastrophe: Sommerreifen im Winter

Bei Winterreifentests der jüngsten Generation von Semperit, die im Herbst in den Handel kommt, kam etwas zutage, was theoretisch zwar bekannt ist, in der praktischen Dimension aber selbst von reifenkundigen Journalisten einigermaßen unterschätzt wurde: Beim Vergleich dreier Reifentypen (Sommerreifen gegen Winterreifen gegen Schneeflockenreifen, also ein US-Produkt, das als Ganzjahresreifen gilt mit Wintermarkierung) ergaben sich enorme Unterschiede beim Beschleunigen (Traktion) und Bremsen.

In die Bremsen

Dabei wird auf 50 km/h beschleunigt, dann ausgekuppelt, bei 43 km/h ertönt dann ein Signal, bei dem man voll in die Bremsen steigt, womit bei einem geübten Testfahrer infolge der Reaktionszeit genau bei 40 km/h die Bremsung beginnt. Das Ganze wird elektronisch aufgezeichnet.

Mit dem Winterreifen Semperit Speed Grip wurde der Stillstand nach 20 Metern erreicht, der Schneeflockenreifen benötige 25 Meter, während der Sommerreifen mehr als doppelt so weit rutschte, nämlich 55 Meter. Das Fahrzeug besaß ein vergleichsweise traktionsfreudiges Frontantriebskonzept. Es war ein Audi A3.

Schwierig

Dass nicht nur das Bremsen mit Sommerreifen auf glatter Schneefahrbahn bekanntermaßen schwierig ist, sondern auch das Beschleunigen die Nerven strapazieren kann, zeigte folgende Tatsache: Auf der fünfhundert Meter langen Teststrecke konnte die Testprozedur mit den Winterreifen mindestens dreimal durchgeführt werden, während die Distanz bei den Sommerreifen gerade lang genug war, um die Probefahrt einmal durchzuführen. Man stelle sich so einen Vergleich nun bei höheren Geschwindigkeiten vor. (rs, AUTOMOBIL, 24.2.2006)

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Rudolf Skarics

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