Goethe-Medaille 2006 vergeben

2. März 2006, 20:18
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Auszeichnung für internationalen Kulturdialog an Vera San Payo, Giwi Margwelaschwili und SAID

Weimar/München - Die portugiesische Dramaturgin Vera San Payo sowie die Exil-Autoren Giwi Margwelaschwili aus Georgien und SAID aus dem Iran erhalten die Goethe-Medaille 2006. Die undotierte Auszeichnung für den internationalen Kulturdialog wird an Goethes Geburtstag am 22. März in Weimar verliehen, teilte das Goethe- Institut am Donnerstag in München mit. Die Festrede hält die ehemalige Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Antje Vollmer.

Die Empfänger der Medaillen

Nach Angaben des Instituts hat Vera San Payo sowohl die deutsche Theaterliteratur in Portugal bekannt gemacht als auch portugiesische Stücke auf deutsche Bühnen gebracht.

Der Schriftsteller und Philosoph Giwi Margwelaschwili wird für sein Leben und sein literarisches Werk ausgezeichnet. Der Sohn georgischer Einwanderer, dessen Vater im Gulag ermordet und der selbst ins Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt worden war, habe sich für die Verständigung der Völker eingesetzt.

Den Lyriker und ehemaligen PEN-Präsidenten SAID ehrt das Goethe-Institut für seine Vermittlerrolle in den Beziehungen zwischen Deutschland und dem Iran sowie für seinen unverwechselbare Bildsprache, die die deutsche Literatur bereichert habe.

Verdienste bei der Vermittlung

Die Medaille wurde 1954 vom Vorstand des Goethe-Instituts gestiftet und ist seit 1975 von der Bundesrepublik Deutschland als offizieller Orden anerkannt. Seit 1992 wird sie jährlich in Weimar am 22. März, dem Todestag Goethes, an Persönlichkeiten aus dem Ausland verliehen, die sich Verdienste bei der Vermittlung der deutschen Sprache und im internationalen Kulturaustausch erworben haben. Seit 1955 sind insgesamt 311 Persönlichkeiten aus 58 Ländern geehrt worden, darunter Pierre Bourdieu, Sir Ernest Gombrich, György Ligeti, Sir Karl Raimund Popper, Billy Wilder und Imre Kertész. (APA/dpa)

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