"Eine Medaille geht immer noch"

24. Februar 2006, 10:04
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ÖSV-Damen wollen auch im Riesentorlauf Edel­metall - Schild, Hosp, Zettel und Kirchgasser am Freitag am Start

Sestriere - Österreichs Damen-Quartett hat im abschließenden Olympia-Riesentorlauf am Freitag (9.30/13.00) in Sestriere nichts mehr zu verlieren. Seit Nicole Hosp und Marlies Schild im Slalom die Medaillen fünf und sechs für die Mandl-Truppe geholt haben, steht fest, dass die Spiele für die alpine Damenmannschaft des ÖSV ein Riesenerfolg sind. "Eine Medaille geht aber immer noch", nannte Cheftrainer Herbert Mandl lachend das Ziel für den Abschlussbewerb, in dem außerdem noch Kathrin Zettel und Michaela Kirchgasser starten.

Auf dem spektakulären Hang ist die Konkurrenz aber doch etwas härter und internationaler als im Slalom, dessen sind sich Trainer und Fahrerinnen bewusst. "Wir haben vier sehr gute Mädchen am Start, also ist eine weitere Medaille möglich", sagte Mandl. Das mit zwei wie im Slalom sogar "historische" Marken erreicht würden, dürfe keine Vorgabe sein. "Man soll nicht vermessen sein, es wird wesentlich schwieriger als im Slalom", warnte Mandl.

Im Slalom hatte Hosp mit Silber hinter Anja Pärson ihr erste Olympiamedaille geholt, Schild als Dritte nach Kombisilber ihre bereits zweite. Zusammen mit dem Riesentorlauf-Gold ihres Freundes Benjamin Raich ist damit die innerfamiliäre Medaillensammlung perfekt. "Aber wir haben ja keinen Wettkampf. Ich hoffe, es kommen für uns beide noch so viele Medaillen wie möglich dazu", sagte Schild.

Hosp schwelgte am Donnerstag noch immer in der Erinnerung an ihre Wahnsinnsfahrt im unteren Teil des zweiten Slalomdurchgangs. "Ich habe mir so sehr gewünscht, dass ich hier eine Medaille gewinnen darf. Jetzt habe ich im Riesentorlauf nichts mehr zu verlieren", sagte die Tirolerin und versprach: "Ich werde auf Teufel komm raus fahren und hoffen, dass noch einmal eine Medaille rausschaut."

Zettel hatte am Donnerstag das Slalom-Out schon gut verdaut. "Ich weiß ja, dass ich schnell war. Meine Leute daheim sind trotzdem sehr stolz auf mich", sagte die 19-Jährige. "Mir taugt der Hang, die Piste ist perfekt, nicht eisig, aber da kommen wenige dazu, die den Favoritenkreis zusätzlich vergrößern", betonte die Göstlingerin, die sich nach zwei vergebenen Medaillen-Chancen nicht unterkriegen lassen will. "Mittlerweile ist mir vieles schon ziemlich wurscht."

Vor allem die Spanierin Maria Jose Rienda-Contreras ist es, die über Pärson und Janica Kostelic hinaus den Favoritenkreis im Riesentorlauf erweitert. Die 30-Jährige aus Granada hatte zuletzt mit ihrem Double in Ofterschwang spanische Skigeschichte geschrieben und gilt als dreifache Saisonsiegerin als klare Favoritin. Ob die dauerkranke Kostelic antritt, war bis zuletzt offen.

Sicher ist hingegen, dass Michaela Kirchgasser zu den großen Gewinnerinnen dieser Spiele gehört. Vor vier Jahren hatte die Salzburgerin just in Sestriere als 16-Jährige ihr Weltcupdebüt gegeben und war mit Startnummer 77 auf Anhieb 17. geworden. Danach war die Schülerin aus Filzmoos, die heuer maturiert, jahrelang aber über weitere Talentproben nicht hinausgekommen.

"Ich hatte zu wenig Konstanz, habe dafür aber zu viel überlegt", erklärte Olympia-Debütantin Kirchgasser. "Jetzt aber fahre ich einfach drauflos", sagt die Salzburgerin, die seit ihrer Kindheit von Olympia- und WM-Medaillen in allen Farben träumt. In der Kombi (6.) und im Salom (5.) hat es für "Kirchi" bereits ausgezeichnet funktioniert, auch in der Rolle der krassen Außenseiterin fühlt sich die Kirchgasser pudelwohl. Ihr Motto: "Nicht bremsen, gebremst wird man sowieso." (APA)

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