Innere Reinigung

7. Juni 2006, 15:18
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Mit dem Faschingsende und dem Frühlingsbeginn kommt die beste Zeit fürs Heilfasten

Düsseldorf - Traditionell beginnt mit dem Aschermittwoch die Fastenzeit: eine Zeit der körperlichen Enthaltsamkeit, die mit einer inneren Einkehr einhergehen soll. Dafür bietet sich auch Heilfasten an, bei dem für einen bestimmten Zeitraum auf feste Nahrung verzichtet wird.

Beachtenswertes

Grundsätzlich ist es ratsam, vor dem Heilfasten seinen Hausarzt aufzusuchen und sicherzustellen, dass das Fasten keinen Schaden anrichtet. Denn unkontrolliertes eigenständiges Hungern hat schon bei manchem gesunden Menschen zu einem Kollaps geführt und kann bei einigen Erkrankungen sehr gefährlich sein. Unter ärztlicher Kontrolle müssen Menschen fasten, die ständig Medikamente nehmen, Diabetiker, Herz- und Nieren-Kranke sowie Krebs-Kranke, Menschen mit Schilddrüsen-Überfunktion, Gicht oder Depressionen. Nicht geeignet ist das Fasten für Schwangere und Stillende sowie Kinder und Jugendliche.

Endorphine

Auch wenn mit dem Fasten ein Gewichtsverlust einhergeht, ist Heilfasten keine Diät im herkömmlichen Sinn. Im Vordergrund steht die innere Reinigung des Körpers. Anhänger des Fastens und der alternativen Medizin wollen vor allem den Darm und das Bindegewebe reinigen. Beim Fasten sinkt der Blutdruck, der Kreislauf und das Herz werden entlastet, der Körper entwässert sich und die Atmung geht leichter. Auch das Immunsystem wird zunächst angeregt. Doch nach längerem Fasten nimmt die Reaktionsfähigkeit des Abwehrsystems ab. Dafür werden aber Endorphine, so genannte Glückshormone, freigesetzt, die das Hungern erleichtern und die Stimmung aufheitern. Zudem kann die Nahrungsmittelenthaltsamkeit entzündliches Rheuma bessern.

Fastenarten

Stilles Mineralwasser zu trinken ist das oberste Gebot des Heilfastens. Auch ungesüßte Tees sind - abhängig von der Fastenart - empfehlenswert. Im Allgemeinen wird zwischen vier Arten des Fastens unterschieden. Bei der Kur nach dem deutschen Arzt Otto Buchinger (1878-1966) oder dem österreichischen Arzt Xaver Mayr (1875-1965) werden dem Körper geringe Mengen an Kalorien, Vitaminen und Mineralien mit Gemüsebrühe und Säften zugeführt. Das verringert die Belastung für den Stoffwechsel.

Fasten mit Säften

Beim Saftfasten werden ausschließlich Obst- und Gemüsesäfte getrunken. Beim eiweißergänzten Fasten wird täglich eine gewisse Menge Buttermilch oder ein spezielles Eiweißkonzentrat verzehrt. Das soll große Eiweißverluste des Körpers verhindern und ihn veranlassen, mehr Fett als Eiweiß abzubauen. Bei der Molke-Kur nimmt man über den Tag verteilt einen Liter Molke, einen halben Liter Obstsaft und drei Liter kohlensäurefreies Mineralwasser zu sich. Darüber hinaus trinkt man jeden Morgen ein Glas Sauerkraut- oder Pflaumensaft zur Darmreinigung.

Ausdünstung

In den ersten Tagen verbraucht der Körper nur wenig Kalorien und beansprucht dafür seine Kohlenhydratreserven in Leber und Muskeln. Nach vier bis fünf Tagen sind diese erschöpft, dann nutzt der Stoffwechsel die Eiweiß- und Fettreserven. Diesen Zeitpunkt kann der Fastende genau feststellen, denn es setzt saurer Mundgeruch und unangenehmer Körpergeruch ein. Häufiges Zähne- und Zungenputzen sowie tägliches Duschen sind unerlässlich, denn der Körper scheidet auch über die Haut und die Mundschleimhaut angesammelte Giftstoffe aus, nicht nur über den Darm. Um die Haut nicht zu irritieren, sind bei Körperpflege parfumfreie Mittel zu verwenden. Eine Heilfastenkur dauert zwischen drei und 15 Tagen. Wer mehr als fünf Tage fasten will, sollte dies stets unter ärztlicher Kontrolle durchführen. Das Fasten darf nicht abrupt beendet werden, denn der Körper muss mit kleinen Portionen schonender Kost an normale Nahrung herangeführt werden.

Nach Beendigung des Fastens empfiehlt es sich, einen Apfel zu essen. Zeitlich bedarf es für die Rückführung zum normalen Essverhalten etwa die Hälfte der geleisteten Fastenzeit. (red)

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    Beim Saftfasten werden ausschließlich Obst- und Gemüsesäfte getrunken.

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