Experte: Ergebnisverbesserung dank Personalabbau

15. März 2006, 16:39
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Die Österreichische Post hat 2005 gut verdient - auf Kosten von Arbeitsplatzstreichungen und mit Hilfe des Geschäftsfelds Brief

Wien - Die Ergebnis-Steigerung 2005 der Österreichischen Post beruht hauptsächlich auf den starken Personalabbau, das Umsatzwachstum habe sich gegenüber 2004 abgeschwächt, so der Chef der Firma postconsulting.at, Martin Füll, am Donnerstag. Fast das gesamte operative Ergebnis werde nach wie vor im Geschäftsfeld Brief erwirtschaftet. "Die Abhängigkeit vom Monopolschutz ist in Österreich noch stärker als in vergleichbaren Ländern", so der Berater. Er rechnet mit schwächeren Ergebnissen ab dem Jahr 2006.

"Die Post AG hat sich bemüht, die Bilanz für 2005 möglichst gut darzustellen und sich zu schmücken. Das ist im Jahr eines Börseganges nachvollziehbar und in Ordnung", so Füll. Aber er schränkt ein: "Es ist nicht sonderlich schwer, in einem Monopol ohne Wettbewerb (bei Briefen bis 50 Gramm, Anm.) viel Geld zu verdienen."

Immobilienverkauf nicht ausgeschlossen

Der Berater vermutet, dass die Ausgliederung der Post-Immobilien nun aktueller ist denn je: "Da die tatsächliche Ertragskraft deutlich höher ist als das ausgewiesene EBIT, gewinnt die Frage der Bewertung und indirekt die Frage nach einer Ausgliederung der Post-Immobilien an Aktualität, um Vorwürfe zu entkräftigen, man verkaufe die Post AG unter Wert." Nehme man das um die Rückstellungen bereinigte EBIT 2004 als Maßstab, so ergäbe sich ein Börsenwert von zumindest 1,3 Milliarden Euro - und das noch ohne Berücksichtigung der enormen Immobiliensubstanz, hieß es.

Das Magazin "Format" berichtet in der am Freitag erscheinenden Ausgabe, dass die Post-Immobilien laut Bilanz 434 Millionen Euro wert sind. Am Markt sollen die Grundstücke und Gebäude laut internen Schätzungen aber eine runde Milliarde Euro wert sein. Post Aufsichtsrat und XXXL-Lutz-Chef Hans-Jörg Schelling schließt eine Abspaltung der Immobilien nicht aus und sagt: "Es gibt einen Beschluss, der den Vorstand ermächtigt, Immobilienverkäufe durchzuführen."

Bei einem Börsegang sei mit einem Gesamterlös für die 49 Prozent des Unternehmens von 555 Mio. Euro zu rechnen. Basis dafür sind die guten Bilanzzahlen des heurigen Jahres. Das Magazin zitiert aus dem Jahresabschluss 2005: "Unter Berücksichtigung des Finanzergebnisses, welches auch den Verkaufserlös der Postversicherung AG mit 9,3 Millionen Euro beinhaltet, sowie mit der Abschreibung der Post Paket Service GmbH von 36,5 Millionen Euro belastet ist, konnte ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 94,5 Millionen Euro erzielt werden." (APA)

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    Einen Tag nach Präsentation der Jahresbilanz wird Kritik an der Post laut

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