E-Plus forciert Preisschlacht mit noch mehr Mobilfunkmarken

1. März 2006, 10:07
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Jagd auf Kunden der Konkurrenz - Erfolg ungewiss

E-Plus forciert den Preiskampf auf dem deutschen Mobilfunkmarkt und bläst zur Jagd auf die Kunden der Konkurrenz. "Wir planen weitere Zusatzmarken und Kooperationen", kündigte E-Plus-Chef Thorsten Dirks im Gespräch mit der Financial Times Deutschland (FTD) an. Angesichts der zunehmenden Marktsättigung könne Wachstum nur noch über häufigeres Telefonieren via Handy zu Lasten des Festnetzes und durch das Abwerben von Kunden anderer Netzbetreiber generiert werden, schätzt E-Plus. Zusatzmarken bieten laut Dirks die Möglichkeit, verschiedene Zielgruppen besser zu bedienen.

"Die Billigmarken werden den normalen Premiumkunden nicht erreichen"

Ob es E-Plus mit der Billigmarkenstrategie aber tatsächlich gelingen kann, etwa den Branchenriesen T-Mobile und Vodafone die Kunden abzuwerben, ist allerdings ungewiss. "Die Billigmarken werden den normalen Premiumkunden nicht erreichen", meint Telekom-Analyst Marcus Sander von Sal. Oppenheim im Gespräch mit pressetext. Im Visier der Billiganbieter stünden eher ältere Kunden oder Verbraucher, die sich ein zweites Handy zulegen wollen. Mit ihren Billigangeboten zielen die Provider vor allem auf eine Stimulierung der Zahl der Gesamtminuten und eine Senkung der Preise. "Durch den Preiswettbewerb sind natürlich auch Vodafone und T-Mobile betroffen", sagt Sander.

Weniger Umsatz

Für die kommenden Quartale prognostiziert der Experte weiter sinkende Kundenumsätze (ARPU). Mit einer Entspannung des ARPU sei erst in zwei bis drei Jahren zu rechnen. Dann sollte sich der Markt beruhigt und eine Konsolidierung eingesetzt haben, so Sander. Insgesamt werden sich dem Analysten zufolge die Anteile auf dem deutschen Mobilfunkmarkt durch die Preisoffensive der Billiganbieter aber nicht wesentlich verschieben. "Jedenfalls nicht vom Umsatz her", so Sander gegenüber pressetext abschließend.

Die Nummer drei auf dem deutschen Mobilfunkmarkt

E-Plus ist derzeit mit rund 10,7 Mio. Kunden die Nummer drei auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Laut FTD hat E-Plus mit 624.000 Neukunden im vergangenen Jahr deutlich hinter den Wettbewerbern gelegen. Nach Umsatz gerechnet, reiht sich die Tochter des niederländischen KPN-Konzerns hinter O2 sogar nur auf dem vierten Platz ein. Wie viele Neukunden mit den Billigmarken gewonnen werden konnten, gibt E-Plus nicht bekannt. Neben dem Billigangebot Simyo und der Mobilfunk-Flatrate Base hatte E-Plus mit Ay Yildiz im Oktober eine Mobilfunkmarke für Türken in Deutschland gelauncht. (pte)

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