RLB OÖ: 200 Millionen Euro für Beteiligungen

10. März 2006, 11:50
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Zehn bis 15 Unternehmen werden geprüft - Betriebsergebnis 2005 um 17 Prozent verbessert - Expansion nach Tschechien und Süddeutschland geht weiter

Wien - Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) wird in diesem Jahr rund 200 Millionen Euro in zusätzliche Beteiligungen stecken. Die Bank prüfe laufend zehn bis 15 Unternehmen aus dem mittelständischen Bereich mit einem Beteiligungsvolumen von mehr als 20 Millionen Euro, sagte RLB OÖ-Generaldirektor Ludwig Scharinger am Donnerstag im Klub der Wirtschaftspublizisten. Aktuell werden 394 Beteiligungen, davon 134 Tochtergesellschaften gehalten.

Spielraum für weitere Beteiligungen gebe es noch genug, da bis zu zehn Prozent der Bilanzsumme in Beteiligungen veranlagt werden könnten. Beteiligungen würden aber nicht krampfhaft gesucht, sondern müssten sich ergeben. Unternehmensbeteiligungen der RLB seien immer Minderheitsbeteiligungen. "Wir können mit Minderheitsbeteiligungen leben", so Scharinger.

Kräftige Ergebnissteigerung

Das abgelaufenen Geschäftsjahr 2005 ist für die RLB OÖ positiv verlaufen. Laut den am Donnerstag vorgelegten vorläufigen Zahlen konnte das Betriebsergebnis um 17 Prozent auf 143,3 (2004: 122,7) Millionen Euro gesteigert werden. Die Bilanzsumme stieg um gut zehn Prozent auf 15,7 (14,2) Millionen Euro. In der gesamten Raiffeisenbankengruppe OÖ - dazu zählen neben der RLB 118 Raiffeisenbanken, die Hypo OÖ und die Hypo Salzburg - verbesserte das Betriebsergebnis um gut zwölf Prozent auf 292,1 Millionen Euro, die Bilanzsumme wuchs um achtProzent auf 38,2 Milliarden Euro.

Investition in Risikovorsorge

Erstmals sei es 2005 gelungen, die Cost-Income-Ratio (CIR) auf unter 50 Prozent zu drücken, so Scharinger. Dadurch sei es möglich, 20 Prozent der Gesamterträge von 284 Millionen Euro in die Risikovorsorge zu investieren. Die vergleichsweise niedrige Zinsspanne von 0,79 Prozent gegenüber 1,03 Prozent der österreichischen Banken mache die RLB "kompetitiv", so Scharinger.

Für 865.133 Kunden sei die RLB OÖ der wichtigste finanzielle Nahversorger in Oberösterreich. Unter anderem seien 89 Prozent der Bauern, 76 Prozent der Industriebetriebe, 59 Prozent der Arbeitnehmer, 58 Prozent der Senioren und 46 Prozent der Klein- und Mittelbetriebe Kunden der Raiffeisenbankengruppe OÖ.

Neue Auslands-Standorte in Planung

Das Engagement in Süddeutschland und Tschechien will Scharinger weiter ausbauen. In Tschechien sind 2006 zehn neue Standorte im Raum Prag und im Osten des Landes geplant. In Süddeutschland erfolgt am 28. März mit der Eröffnung einer Repräsentanz in Ulm der erste Schritt nach Baden-Württemberg. Am 27. Juli wird in Würzburg der sechste Standort in Bayern gestartet. 10 Prozent des vorjährigen Betriebsergebnisses wurden in Bayern erwirtschaftet, so Scharinger. Mittelfristig soll der Anteil auf 20 Prozent gesteigert werden. In Süddeutschland betreut die RLB OÖ 6.844 Kunden, davon 4.554 Firmenkunden.

Weitere Beteiligungen könnten sich auch im südrussischen Raum ergeben, wo die RLB erst kürzlich eine strategische Beteiligung im Ausmaß von 5 Prozent bei der Center-Invest Bank eingegangen ist. An der südrussischen Bank sei auch die Europäische Entwicklungsbank (EBRD) mit 25 Prozent und die deutsche Entwicklungsbank beteiligt, für die der frühere Bundesbankpräsident Ernst Welteke im Aufsichtsrat sitze. Auch die RLB sei zwecks Controlling und Reporting im Aufsichtsrat vertreten. Die Mehrheit halte ein russischer Geschäftsmann, so Scharinger. (APA)

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