EU erreicht mehr Konkurrenz bei Diamanten

9. März 2006, 16:54
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EU-Kommission setzt Entscheidung durch, die zu mehr Wettbewerb auf dem Diamantensektor und zu einer Preissenkung für Rohdiamanten führen soll

Brüssel - EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes fand am Mittwoch erstaunlich blumige Worte: "Zum ersten Mal in der Geschichte" könne es "einen ungehinderten Wettbewerb auf dem Diamantenmarkt geben". Es sei "eine ergiebige, alternative Lieferquelle für Rohdiamanten erschlossen worden". Die EU-Kommission war dabei nicht auf eine Mine gestoßen sondern hatte eine Entscheidung durchgesetzt, die zu mehr Wettbewerb auf dem Diamantensektor und zu einer Preissenkung für Rohdiamanten führen soll.

Nach Angaben der Brüsseler Behörde verpflichtete sich der südafrikanische Weltmarktführer De Beers, einen mit dem Branchenzweiten, dem russischen Konzern Alrosa, abgeschlossenen Vertrag Ende 2008 auslaufen zu lassen. Der Konzern hatte 2002 mit Alrosa vereinbart, dass De Beers jährlich Rohdiamanten im Wert von 672 Mio. Euro von Alrosa bezieht. Dies ist etwa die Hälfte der gesamten Produktion von Alrosa. Sollte sich De Beers nicht an die Auflage halten, wird eine Strafe von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes fällig. 2004 lag der Umsatz von De Beers nach Angaben der Kommission bei etwa 5,6 Mrd. Euro. De Beers kontrolliert mehr als die Hälfte des Welthandels. (Alexandra Föderl-Schmidl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.2.2006)

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