Schriftstellerin Hilde Domin 1909–2006

2. März 2006, 20:18
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Einer der wesentlichsten Lyrikerinnen der Bundesrepublik Deutschland, auch literaturtheoretisch

Heidelberg - "Domin gibt es, seit die Person zu schreiben anfing": Die Person, die 1951 – 42-jährig – zu schreiben begann, war die promovierte Politikwissenschafterin Hilde Palm. Im neunzehnten Jahr des Exils, das die in Köln geborene Tochter eines jüdischen Rechtsanwalts nach Stationen in Italien und England schließlich in die Dominikanische Republik geführt hatte, öffnete sich ihre Sprache dem lyrischen Ausdruck. Binnen weniger Monate entstand ihr bis heute bekanntester erster Gedichtband "Nur eine Rose" als Stütze. Entstand Domin. Der Name blieb ein lebenslanger Tribut an den Ort jener literarischen Befreiung.

1954 an der Seite ihres Mannes zurückgekehrt nach Heidelberg, wo sie bis zuletzt lebte, wurde Hilde Domin zu einer der wesentlichsten Lyrikerinnen der Bundesrepublik, deren Entwicklung sie auch literaturtheoretisch begleitete, etwa in dem Band "Nachkrieg und Unfrieden. Gedichte als Index 1945–1970".

Bis zuletzt schreibend, starb Hilde Domin am Mittwoch 96-jährig an den Folgen eines Sturzes in Heidelberg. (cia / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.2.2006)

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    Hilde Domin

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