Streiks im deutschen Öffentlichen Dienst gehen weiter

2. März 2006, 19:16
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Acht Bundesländer sind vom Ausstand betroffen - Protest gegen unentgeltliche Verlängerung der Wochenarbeitszeit

Berlin/Stuttgart - Die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat ihre Streiks im Öffentlichen Dienst von Ländern und Kommunen auch am Donnerstag fortgesetzt. Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes seien in acht Bundesländern im Ausstand, sagte eine ver.di-Sprecherin in Berlin. In drei Ländern streikten auch Mitarbeiter der Kommunen.

Wiederaufnahme der Verhandlungen

Im deutschen Bundesland Baden-Württemberg wollten die kommunalen Arbeitgeber und ver.di im Laufe des Tages die Verhandlungen über die Wochenarbeitszeit wieder aufnehmen. Im Südwesten sind seit über zwei Wochen täglich mehr als 12.000 Beschäftigte der Kommunen und des Landes im Ausstand, um gegen die unentgeltliche Verlängerung der Wochenarbeitszeit um 1,5 auf 40 Stunden zu protestieren. Neben der Müllabfuhr werden auch Krankenhäuser, Bauämter und Kindergärten bestreikt. Die Arbeitgeber der Länder wollen in der ersten Märzhälfte zu einem weiteren Gespräch mit ver.di zusammen kommen.

Streik in bayrischen Kliniken

In Bayern setzten die Beschäftigen in den Universitätskliniken Würzburg, Erlangen sowie in den beiden Münchner Kliniken ihren Ausstand fort. Auch zahlreiche Autobahn- und Straßenmeistereien sind betroffen. Streikende aus Kliniken und staatlichen Theatern wollten sich zu einer Kundgebung vor dem Münchner Klinikum versammeln.

Am Mittwoch hatten sich in ganz Deutschland mehr als 30.000 Menschen an den Streiks beteiligt. verd.di-Chef Franz Bsirske hatte mit einer weiteren Ausweitung gedroht. Die Gewerkschaften fordern auch von den Ländern die Übernahme eines mit dem Bund und den Kommunen ausgehandelten neuen Tarifrechts. (APA/Reuters/dpa)

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    Am Mittwoch hatten sich in ganz Deutschland mehr als 30.000 Menschen an den Streiks beteiligt. verd.di-Chef Franz Bsirske hatte mit einer weiteren Ausweitung gedroht.

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