Team an Uni Graz will Biodiesel ganz "bio" machen

28. März 2006, 11:32
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Studie im Auftrag der EU zu Ethanol als Methanol-Ersatz - Auch andere Rohstoffe zur Biodiesel-Produktion sollen erforscht werden

Graz - Die hohen Treibstoffpreise haben weltweit ein gesteigertes Interesse an Biodiesel mit sich gebracht. So wurde das Team um Martin Mittelbach vom Institut für Chemie der Uni Graz von der EU-Kommission mit einer Studie beauftragt, die klären soll, welche pflanzlichen und tierischen Öle und Fette neben Rapsöl Gewinn bringend zur Treibstoffproduktion eingesetzt werden können. Auch die Verwendung von Ethanol als Ersatz für den aus Erdgas gewonnenen Biodiesel-Zusatz Methanol soll untersucht werden.

Heimische Alternativen

Aufzuzeigen, ob und wodurch die Palette der Rohstoffe zur Treibstoffproduktion erweitert werden könnte, ist ein Ziel der Studie, so Mittelbach. Sinnvoll wären Rohstoffe, die die Landwirte selbst anbauen können, um nicht von Importen abhängig zu sein: "Alternative Rohstoffe, die es auch bei uns gibt, wären z. B. Sonnenblumen- und Sojaöl oder andere Öle, die bisher noch nicht in großen Maßen produziert werden."

Die zweite Schiene des Projekts drehe sich um Ethanol - "einerseits als direkten Treibstoff für Benzin- und Dieselmotoren oder als Zusatz bei der Biodieselproduktion", so Mittelbach. Derzeit bestehe der aus Biomasse und Altöl gewonnene Treibstoff zu zehn Prozent aus Methanol, das aus Erdgas gewonnen wird. "Ethanol wäre ein sinnvoller, nachwachsender Ersatz für diesen Alkohol." Hergestellt werden könnte Ethanol z. B. aus Zuckerrüben, Mais, Hirse oder auch aus Holzabfällen und Stroh. Allerdings sei dieser Alkohol derzeit noch zu teuer und nicht in ausreichender Menge vorhanden.

Überprüfung der Grenzwerte

Des Weiteren soll die Standardisierung von Biodiesel überarbeitet werden, unter anderem die Grenzwerte und Analysemethoden überprüft werden, erklärt Mittelbach. An der seit Jänner laufenden Studie, dessen Koordination "Ecofys", ein Beratungsbüro für erneuerbare Energie in Holland übernommen hat, arbeitet neben der Grazer Universität ein Konsortium aus Partnern von Deutschland, Spanien und Frankreich. Bereits Ende des Jahres soll das Team erste Ergebnisse zu möglichen Rohstoffen und zur Ethanol-Forschung vorlegen. Die Standardisierung des Biodiesels werden die Wissenschafter in insgesamt zwei Jahren überarbeiten.

Eine alternative Rohstoffquelle für Biodiesel haben Mittelbach und sein Team mit Tiermehl und Tierfett bereits erschlossen. 2005 waren die Wissenschafter für ihr Projekt "Biodiesel aus tierischen Fetten" mit dem "Energy Globe Styria Award" ausgezeichnet worden. (Graz)

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    Die Studie soll klären, welche pflanzlichen und tierischen Öle und Fette neben Rapsöl Gewinn bringend zur Treibstoffproduktion eingesetzt werden können.

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