"Jederzeit wieder"

13. Oktober 2006, 13:13
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Von den Herausforderungen und den positiven Erfahrungen berichten ehemalige PraktikantInnen

Katharina Jungwirth hat die Werbeakademie in Wien absolviert und ist bei Greenpeace in der Marketingabteilung tätig. Im Sommer 2005 arbeitete 6 Wochen bei NDRI (National Development and Research Institute), im Bereich Fundraising in New York

Eigentlich habe ich hier in Wien einen fixen Job. Ich habe mir für das Praktikum in New York unbezahlten Urlaub genommen. Ich hatte das Gefühl, dass mir neue Eindrücke in einem anderen Job und noch dazu in einem anderen Land neue Energie und neue Ideen für meinen Job hier in Österreich geben könnten. Ich wollte die Arbeitskultur in einem anderen Land kennenlernen und aus dem gewohnten Umfeld rausgerissen werden. Neue Menschen kennenzulernen und arbeiten in einer Fremdsprache waren weitere Motivationsgründe.

Besonders gefallen hat mir, dass ich an einem konreten Projekt mitarbeiten konnte. Ich wurde zu vielen Meetings und Außenterminen mitgenommen. Bei NDRI war man bemüht mir auch wirklich etwas zu zeigen und beizubringen und vielleicht konnten auch sie von mir lernen.

Schwieriger war da schon der unpersönliche und sehr distanzierte Umgang zwischen den Kollegen. Es wurde kaum über privates oder persönliches gesprochen.

Leider wurde ich krank, was zur größten Herausforderung für mich in New York wurde. Aber ich würde sofort wieder ein Praktikum im Ausland machen.

--->>>Im Medical Centre for Dancers and Musicians in Den Haag



Iris Waska ist ausgebildete Physiotherapeutin und freiberuflich in einer orthopädischen Ordination in Graz tätig. Im Sommer letzten Jahres absolvierte sie ein zwei monatiges Praktikum in Den Haag im Medical Centre for Dancers and Musicians (Medisch Centrum voor Dansers en Musici) bei Dr. Boni Rietveld

Da ich seit sieben Jahren physiotherapeutisch tätig bin und mich im Gebiet der Orthopädie bzw. Manuellen Therapie sowie Sportphysiotherapie weitergebildet und spezialisiert habe, wollte ich mich im Gebiet der Tanz – und Musikermedizin fortbilden. In Österreich gibt es bisher noch keine Institution, die sich diesem Spezialgebiet widmet. Daher bin ich über internet-Recherche auf Dr, Boni Rietveld getroffen, mit dem ich seit einigen Jahren Kontakt habe und ihn auf Kongressen der Tanzmedizin persönlich kennengelernen durfte. Er ist selbst Orthopäde und Musiker (Trompetist) und spezialisiert auf Tanz und Musikermedizin. Er war von einem Praktikum an seinem Centre for Dancers and Musicians begeistert und ich besuchte ihn bereits im Jahr 2001. Mein Interesse an tanz- und musikmedizinischen Themen konnte ich auf internationalen Kongressen (2003 in London und 2005 in München) teilen.

Am Praktikum gefiel mir die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen (Ärtze, Physiotherapeuten, Orthopädietechniker, Psychologen, Pyschotherapeuten) mit demselben Ziel, dem Musiker oder Tänzer mit seinen Beschwerden zu helfen und möglichst rasch wieder zu rehabilitieren.

Weniger gefallen hat, dass die zuständige Stelle für Annerkennungen des österreichischen Diploms (für Physiotherapie) in Den Haag (Gesundheitsministerium ) sich nicht bemüht hat, den Prozess der Anerkennung zu beschleunigen, obwohl ich in der gleichen Stadt (Den Haag) 2 Monate Praktikantin war. Ich warte seit April 2005 auf den Bescheid der Anerkennung, bisher vergeblich. (Ich wollte die Anerkennung, ohne die ich keine Arbeitssuche starten konnte, zur Aufbesserung meines Taggeldes. )

Die größte Herausforderung war die niederländische Sprache, die nicht so einfach ist, wie ich mir trotz vorherigem Sprachkurs vorgestellt hatte, zusätzliche medizinische Fachausdrücke erschwerten die Kommunikation, wobei gesagt werden muss, dass die Niederländer zuvorkommend waren, die meisten sprachen englisch und manche deutsch.

Wenn ich die Gelegenheit bekomme, würde ich sofort noch einmal ein Praktikum machen, man erweitert seinen Horiziont, lernt verschiedende Lebens– und Arbeitswelten kennen, die man im Urlaub nie so mitbekommt.

--->>>Drei Monate in New York

Nach Abschluss der Fachhochschule für Tourismusmanagement machte Egon Ostermann ein dreimonatiges Praktikum bei ABI Marketing Public Relations in New York. Derzeit ist er Projektmanager in einer Marketing-Agentur in Wien.

Nach Aufenthalten in London und Dublin, wo ich zum Teil auch schon gearbeitet habe, war für mich die Motivation einmal in den USA zu arbeiten groß. Ich empfand es als große Herausforderung in New York, dem Zentrum der (Werbe-)Wirtschaft zu arbeiten.

Am Praktikum bei ABI Marketing Public Relations hat mir vor allem gefallen, dass mein Chef mich immer als seinen persönlichen Assistenten bezeichnet hat. So konnte ich ihn bei Messen, Kundenterminen, internen Meetings und Abendessen begleiten. Außerdem konnte ich bei Marktpotentialstudien für Osteuropa diese neuen Märkte ABI näher bringen. Ich war erstaunt wie gering die Kenntnisse über diesen Teil Europas in den USA sind.

Dass jeder Mitarbeiter von einer Bürobox aus arbeitet, hat mir bei ABI weniger gefallen. Man konnte so zwar ungestört arbeiten, jedoch litt die interne Kommunikation darunter. Leider ist diese Büroeinrichtung in den USA typisch.

Die größte Herausforderung bei meinem Auslandaufenthalt war es ein Gefühl von „zu Hause sein“ zu entwickeln. Dies kann nicht künstlich beschleunigt werden, es bedarf eines natürlichen Prozesses, der vor allem von der beruflichen Tätigkeit und dem sozialen Umfeld im Ausland abhängig ist. In anderen Worten, es ist von Anfang an extrem wichtig nach sozialem Anschluss, sowohl in der Arbeit als auch in der Freizeit, zu suchen. In New York war dies bei meiner Praktikumsstelle nicht immer einfach, da die Amerikaner es gewohnt sind mit anderen Arbeitskollegen nur oberflächlich Bekanntschaften zu machen.

Im Ausland würde ich immer wieder gerne einmal arbeiten, wobei es nicht unbedingt ein Praktikum sein muss. Ich könnte mir auch ein fixes Arbeitsverhältnis im Ausland vorstellen, da man so noch intensiver in den Arbeitsprozess involviert ist. Natürlich muss die Arbeit meinen Anforderungen entsprechen. Nur irgendeinen Job im Ausland zu machen, das wäre mir zuwenig.

--->>>Ein Praktikum in London


Stoiser Birgit, Koller Verena, Maier Katrin, Claudia Mohr absolvieren eine Lehre zur Bürokauffrau in der Leder & Schuh AG in Graz. Im Zuge ihrer Ausbildung machten sie gemeinsam ein dreiwochiges Praktikum in London.

Unsere größte Motivation war, Sprachkenntnisse zu verbessern und eine neue Kultur kennen zu lernen. Als positiven Nebeneffekt konnten wir internationale Kontakte (Spanien, Polen etc.) knüpfen.

Die Sehenswürdigkeiten bzw. die Stadt selbst waren sehr interessant und spannend. Natürlich die Pub's nicht zu vergessen. Der Englisch-Kurs und unsere Arbeitsstellen waren sehr gut ausgewählt da man dabei sehr viel gelernt hat. Sehr postiv aufgefallen ist uns die Höflichkeit und Hilfsbereitschaft der Londoner.

Unsere Unterkünfte und die Umgebung waren leider nicht so toll, da Lewisham nicht unbedingt zu den saubersten Londoner Vierteln gehört! Die Englische Küche war auch ein wenig gewöhnungsbedürftig; jedoch das ist ja allseits bekannt.

Die größte Herausforderung war es, sich zu trauen, Englisch zu sprechen, da man ja keine andere Wahl hat. Auch das U-Bahn fahren stellte anfangs ein paar Schwierigkeiten dar. Man sollte eine so große Stadt wie London nicht unterschätzen. Vor allem wenn man nur unsere relativ kleinen Städte in Österreich kennt oder vom Land ist! Drei Wochen ganz auf sich alleine gestellt und das in einer fremden Stadt.

Ein Auslandspraktikum ist eine Erfahrung die man auf alle Fälle erlebt haben sollte. Es war eine tolle Bereicherung für uns alle. Wir würden sofort und immer wieder gerne eines machen. (red)

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