Nestlé erzielt Rekordgewinn

14. März 2006, 15:43
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Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern erhöhte seinen Reingewinn 2005 im Vorjahresvergleich um 20,7 Prozent auf 7,995 Milliarden Franken

Zürich - Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat seinen Gewinn 2005 auf 7,995 Milliarden sfr (5,127 Mrd. Euro) gesteigert nach revidiert 6,621 Milliarden sfr im Vorjahr und lag damit im Rahmen der Analystenerwartungen. Der Umsatz stieg auch dank des positiven Währungseffektes auf 91,075 Milliarden sfr, wie Nestle am Donnerstag mitteilte.

Hohe Rohstoffpreise

Für 2006 bestätigte der Konzern das Ziel eines organischen Wachstums zwischen fünf und sechs Prozent sowie einer Verbesserung der EBITA-Marge zu konstanten Wechselkursen. "Hohe Rohölpreise werden sich weiterhin auf Energie- und Verpackungskosten auswirken", hieß es.

Das viel beachtete organische Umsatzwachstum, das Akquisitionen und Währungseffekte ausgeklammert, lag 2005 bei 6,2 Prozent und war damit über der auch schon fürs Vorjahr angestrebten Zielspanne von fünf bis sechs Prozent.

Analysten hatten für 2005 im Durchschnitt bei einem Umsatz von 92,1 Milliarden sfr mit einem Reingewinn von 7,99 Milliarden sfr gerechnet.

Preissteigerungen

Die Betriebsgewinnmarge EBITA verbesserte sich im vergangenen Jahr um 20 Basispunkte auf 12,9 Prozent. Der Konzern konnte Preissteigerungen von zwei Prozent durchsetzen, wie Nestlé am Donnerstag mitteilte. Der erstmals seit fünf Jahren positive Währungseffekt trug ebenso zu einer Margensteigerung bei, da die Verkäufe in Amerika und Asien eine höhere Rendite abwerfen als in Europa.

Auch das starke Verkaufswachstum - der weltgrößte Lebensmittelkonzern steigerte die Umsätze volumenmäßig um 4,2 Prozent - trugen neben den laufenden Kostensenkungsmaßnahmen zur Margensteigerung bei.

Der Umsatz von Nestlé stieg 2005 insgesamt um 7,5 Prozent auf ein Rekordniveau von rund 91 Milliarden sfr. Durch den Währungseffekt allein stiegen die Umsätze um 1,8 Prozent.

Dividendenerhöhung

Die Dividende von Nestlé soll um 12,5 Prozent auf 9 Franken (5,77 Euro) steigen. Für 2006 peilt Nestlé weiteres Wachstum an. In Europa als zweitgrößtem globalen Markt verzeichnete die Gruppe angesichts des gedämpften Konsumklimas den schwächsten Umsatzanstieg mit zwei Prozent auf 27,6 Milliarden Franken.

Süßwarengeschäft in Großbritannien drückt auf den Magen

Bei löslichem Kaffee, und Tiefkühlkost seien vielfach Marktanteile gewonnen worden, während das Süßwarengeschäft in Großbritannien zurück ging. In Nord- und Südamerika als größtem Nestle-Absatzgebiet legte der Umsatz dagegen kräftig um 7,8 Prozent auf 30,8 Mrd. Franken zu. Das Geschäft mit abgefülltem Wasser steigerte die Erlöse insgesamt um 8,6 Prozent auf 8,8 Mrd. Franken, die Margen gaben aber etwas nach.

Bei Getränken ("Nescafé", "Nesquik") stieg der Umsatz um 8,2 Prozent auf 23,8 Milliarden Franken. Bei Fertiggerichten und Küchenprodukten wurde ein Zuwachs von 4,4 Prozent auf 16,7 Milliarden Franken erzielt. Dabei setzten sich neu eingeführte kleine Tiefkühl- Mahlzeiten für die Mikrowelle in Deutschland und anderen europäischen Ländern zusehends am Markt durch. Schokoladen und Süßwaren erzielten ein schwächeres Wachstum von 2,6 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro.

Kostenanstieg möglich

Im laufenden Jahr strebt Nestlé nach den Worten von Konzernchef Peter Brabeck ein organisches Wachstum zwischen fünf und sechs Prozent an. Dabei werde die Entwicklung in Westeuropa wohl weiter eher zurückhaltend sein. Wegen hoher Ölpreise drohten Kosten für Energie und Verpackungen nochmals zu steigen. Der Vorstand kündigte zudem an, die Einziehung von Aktien im Wert von einer Milliarde Franken vorzuschlagen. Derzeit läuft ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von drei Mrd. Franken. (APA/Reuters)

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