RWE steht unter Strom

14. März 2006, 15:43
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Der Stromkonzern verdient 2005 nicht zuletzt wegen der hohen Strompreise gut - Nettoergebnis steigt auf 2,2 Milliarden Euro

Essen - Der Stromkonzern RWE hat 2005 seinen Gewinn gesteigert und will den Aktionären nun eine höhere Dividende zahlen. Grund für den Gewinnanstieg waren auch die angehobenen Strompreise.

Das Nettoergebnis sei um 4,4 Prozent auf 2,231 Milliarden Euro gestiegen, teilte RWE am Donnerstag in Essen mit. Es lag damit im Rahmen der Analystenerwartungen, die mit einen Überschuss von 2,292 Milliarden Euro gerechnet hatten.

Belastungen durch Abschreibung des US-Wassergeschäfts

"Ausschlaggebend waren die gute Ertragslage des Energiegeschäfts in Kontinentaleuropa und fortgesetzte Effizienzverbesserungen in allen Geschäftsfeldern", erklärte der Konzern. Belastet wurde das Ergebnis allerdings von einer Abschreibung auf das US-Wassergeschäft American Water in Höhe von 759 Millionen Euro. Das nordamerikanische Wassergeschäft bereitet dem Konzern seit längerem Sorge. RWE will sich davon ebenso trennen wie vom britischen Versorger Thames Water und sich wie der Konkurrent E.ON vor allem auf das Strom- und Gasgeschäft konzentrieren.

Für 2005 will der Konzern den Anteilseignern eine Dividende von 1,75 Euro je Aktie zahlen nach 1,50 Euro für das Geschäftsjahr davor. Fortschritte machte RWE im Vorjahr auch beim Schuldenabbau: Die Nettofinanzschulden sanken um 7,6 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro.

Optimistische Prognosen

Für 2006 prognostizierte der Vorstand einen Anstieg des Nettogewinns von zehn bis 20 Prozent, das Betriebsergebnis soll zwischen fünf und zehn Prozent zulegen. Das Ergebnis werde auch steigen, "da negative Sondereffekte im neutralen Ergebnis gegenüber 2005 wegfallen", teilte RWE mit. Belastungen erwartet RWE im laufenden Jahr unter anderem von höheren Kosten für Brennstoffe. "Hinzu kommen Risiken auf Grund politischer Eingriffe: So werden vor allem durch die Regulierung der Strom- und Gasnetze negative Effekte erwartet." Das Bundeskartellamt und die Bundesnetzagentur gehen seit Monaten gegen die großen Strom- und Gasversorger vor und wollen den Markt für Konkurrenten öffnen, um Preissenkungen durchzusetzen. (APA/Reuters)

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