Lufthansa plant keinen Einstieg bei AUA

30. März 2006, 13:53
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Der neue AUA-Chef schließt die Übernahme der angeschlagenen heimischen Fluglinie durch einen internationalen Konkurrenten aus - Im Gespräch war dafür die Lufthansa

Wien - Wie der designierte neue AUA-Chef Alfred Ötsch sieht auch die deutsche Lufthansa keinen Änderungsbedarf bei der Zusammenarbeit der beiden Airlines. "Wir planen keinen Einstieg bei der AUA", sagte Lufthansa-Sprecher Michael Göntgens am Mittwoch zur APA. Eine Übernahme der AUA würde der Lufthansa - im Gegensatz zur im Vorjahr übernommenen Swiss - auch nur einen "geringen Mehrwert" bringen.

"Geringer Marktwert"

Die Lufthansa arbeite mit der AUA seit Jahren im "Star Alliance"-Luftfahrtsbündnis gut zusammen, was viele Synergien bringe, erläuterte Göntgens. Daher würde ein Einstieg bei der AUA nur einen geringen Mehrwert bringen. Das hatte in der Vergangenheit auch schon Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber mehrmals betont.

Fokus auf Osteuropa

Den Vorwurf, dass die Lufthansa mit dem jüngsten Ausbau ihrer Destinationen in Osteuropa der AUA bei ihrer Osteuropa-Strategie in die Quere komme, kann man in der deutschen Airline nicht nachvollziehen: "In der Star Alliance hat nicht jeder kartellartig sein Revier", argumentierte Göntgens. Beide Airlines würden vom Streckennetz des anderen profitieren, beide Airlines seien "stark" in Osteuropa.

Ötsch hatte zuletzt betont, an die Möglichkeit einer auch künftig eigenständigen, in die Star Alliance eingebettete AUA zu glauben. Für den Einstieg eines strategischen Partners sieht er derzeit keinen Bedarf.

Die AUA gehört zu 39,7 Prozent der Staatsholding ÖIAG, 10,3 Prozent halten institutionelle Investoren. Fünf Prozent der Aktien gehören der AUA selbst, die Air France ist mit 1,5 Prozent beteiligt, die restlichen 43,5 Prozent sind in Streubesitz. (APA)

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