EdF verdoppelt Gewinn

14. März 2006, 15:43
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Der staatliche französische Versorger steigert seinen Nettogewinn 2005 auf 3,242 Milliarden Euro und will eine Dividende von 79 Cent je Aktie zahlen

Paris - Der französische Energieversorger Electricité de France (EdF) hat seinen Nettogewinn im vergangenen Jahr über die Markterwartungen verdoppelt und damit seine Ausgangslage im Konsolidierungsprozess der Branche gestärkt. Größere Zukäufe schloss das Unternehmen nicht aus.

Der Nettogewinn sei auf 3,242 Milliarden Euro gestiegen von 1,607 Milliarden Euro auf vergleichbarer Basis 2004, teilte Europas größter Stromkonzern am späten Mittwochabend in Paris mit. Damit lag das Ergebnis über den Analysten-Prognosen von im Schnitt 2,85 Milliarden Euro und auch deutlich über dem eigenen Ziel von mindestens 2,6 MilliardenEuro. Zur Ausschüttung an die Aktionäre schlug das Unternehmen eine Dividende von 0,79 Euro vor. EdF hatte im November sein Börsendebüt gefeiert.

EStAG-Beteiligung

Der Konzern, der in Österreich in der Steiermark mit einer Sperrminorität an der EStAG beteiligt ist, führte den Gewinnanstieg vor allem darauf zurück, dass es im vorigen Jahr nicht wie 2004 zu einer Sonderbelastung durch Abschreibungen auf seine Vermögenswerte in Lateinamerika und Italien in Höhe von 1,9 Milliarden Euro gekommen sei. "Zum ersten Mal ist das Ergebnis nicht von erheblichen Abschreibungen auf Vermögenswerte belastet", hieß es in der EdF-Mitteilung. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 3,6 Prozent auf 13,01 Milliarden Euro. Mitte des Monats hatte der Konzern einen Umsatzanstieg um 10,6 Prozent auf rund 51 Milliarden Euro bekanntgegeben, der ebenfalls über den Erwartungen von Experten lag. EdF führte dies unter anderem auf höhere Gaspreise und den Zukauf des italienischen Edison-Konzerns zurück.

Übernahmeschlacht

EdF veröffentlichte seine Ergebnisse in Mitten von Übernahmeversuchen in der Branche. So bot am Dienstag der Düsseldorfer Energiekonzern E.ON rund 29 Milliarden für den spanischen Versorger Endesa. Italiens größter Energieversorger Enel zeigte sich am Mittwoch am französischen Konkurrenten Suez interessiert.

Interesse an Zukäufen

EdF selbst zeigte sich ebenfalls bereit für größere Zukäufe. Das Unternehmen verfolge die Entwicklung in den Benelux-Staaten und in Spanien sehr aufmerksam, sagte Konzern-Chef Pierre Gadonneix in einem Interview der französischen Tageszeitung "Les Echos" vom Donnerstag. Er erinnere daran, dass Edf vorhabe, bis 2010 40 Mrd. Euro zu investieren und dass rund acht Mrd. Euro davon für Entwicklung und externes Wachstum in den kommenden drei Jahren bereit stünden. (APA/Reuters)

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    EdF veröffentlichte seine Ergebnisse in Mitten von Übernahmeversuchen in der Branche.

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