Sanochemia nachhaltig profitabel

3. März 2006, 14:23
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Wiener Unternehmen büßt im Erstquartal bei Umsatz und Ergebnis ein - Positiver Ausblick für Gesamtjahr

Wien - Die börsenotierte Wiener Sanochemia Pharmazeutika AG hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2005/06 (per Ende September) einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn verzeichnet. Der Umsatz ging von Oktober bis Dezember 2005 um sechs Prozent auf 7,2 Millionen Euro zurück, das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich von 0,8 auf 0,4 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Lizenzverträge

Der Vorstand rechne damit, dass sich die profitable Geschäftsentwicklung auch in diesem Geschäftsjahr fortsetzen wird. Ziel sei es, weiterhin aus den Bereichen Produktion und Humanpharmazeutika ein über dem globalen Marktwachstum liegendes Umsatzergebnis zu erwirtschaften. Das operative Ergebnis werde auf Grund der geplanten Umsatzgröße "nachhaltig positiv" sein. Auf EBIT-Ebene werde das Unternehmen durch Einnahmen aus Lizenzverträgen zusätzlich langfristiges Wachstum generieren.

Hohe Einnahmen im Zweitquartal

Erste Meilensteinzahlungen aus dem im Jänner geschlossenen Kooperationsvertrag mit US-Firma Avigen den Wirkstoff Tolperison zur Behandlung von schmerzhaften Muskelkrämpfen seien im 2. Quartal zu erwarten. Gespräche für weitere Vertriebs-Partnerschaften für Tolperison in Europa seien bereits aufgenommen worden und würden noch 2006 "ein ähnliches Szenario - wenngleich nicht in dieser Größenordnung - erwarten lassen". Sanochemia erwartet aus der Kooperation mit Avigen letzten Angaben zufolge Erträge aus Lizenzzahlungen und dem Produktverkauf "im hohen zweistelligen Millionenbereich".

Das Finanzergebnis erhöhte sich im ersten Quartal 2005/06 von 0,8 auf 1,1 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern (EBT) ging von 1,7 auf 1,4 Millionen Euro zurück. Das Ergebnis nach Steuern reduzierte sich von 1,1 auf 1,0 Millionen Euro, der Gewinn je Aktie von 0,12 auf 0,11 Euro. Die Eigenkapitalquote sank von 70,8 auf 65,7 Prozent.

Investitionen

Der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit verbesserte sich von 1,7 auf 3,5 Millionen Euro, hieß es. Der negative Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit sei bedingt durch vermehrte Investitionen auf von minus 1,1 auf plus 2,6 Millionen Euro gestiegen. Der Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von minus 1,0 Millionen Euro (Vorjahr: plus 1,8 Mio. Euro) sei weitgehend auf die Tilgung von kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten und Darlehen zurückzuführen.

Das Umsatzminus liege "im Rahmen einer kontinuierlichen Entwicklung auf Jahresbasis", so Sanochemia. Auf Grund einer Auftragsverschiebung in der Syntheseproduktion würden sich im ersten Quartal niedrigere Umsatzerlöse zeigen.

Im Geschäftsbereich Humanpharmazeutika (Vertrieb) hat Sanochemia (31. Dezember) den Umsatz bei 2,883 (2,875) Millionen Euro gehalten, das Betriebsergebnis (EBIT) stieg leicht auf 179.000 Euro (47.000). Trotz gleich gebliebener Umsätze konnte das positive EBIT auf Grund strikten Kostenmanagements geringfügig verbessert werden.

Steigerung aus Exportgeschäften

Deutliche Steigerungsraten wurden aus dem Exportgeschäft vermeldet. Die neuen Zulassungen für Scanlux - ein von Sanochemia entwickeltes Kontrastmittel - zeigen bereits positive Auswirkungen auf den Umsatz und brachten in den neuen Märkten wie Portugal, Tschechien, Ungarn und Serbien Zuwächse im hohen zweistelligen Prozentbereich. Der Fokus in diesem Geschäftsjahr liegt auf der Zulassungsvorbereitung für Scanlux in Amerika. Mit Vermarktungsaufnahme sei Ende 2007 zu rechnen, welche in den Folgejahren überdurchschnittliches Wachstum für dieses Segment erwarten lasse, heißt es in der Aussendung.

In der Produktion sank der Umsatz auf 4,29 (4,74) Millionen Euro. Diesem Quartal sind auch höhere Chargen für Eigenbedarf dem gesamten Produktions-Volumen hinzuzurechnen, so dass sich eine leicht gesteigerte Betriebsleistung von 5,4 (5,3) Millionen Euro ergibt. Der Eigenbedarf - wie z.B. Chargen aus der Wirkstoffproduktion Tolperison - sei notwendig, um die klinische Weiterentwicklung für marktnahe Produktkandidaten betreiben zu können. Das Umsatzminus schlägt sich auch im schwächeren operativen Ergebnis nieder, ein EBIT von 1,24 (1,62) Millionen Euro wurde erzielt.

Keine Umsätze im Segment Forschung und Entwicklung

Im Bereich Forschung und Entwicklung wurden im Berichtszeitraum keine Umsätze erzielt, das EBIT verschlechterte sich auf minus 349.000 (-112.000) Euro. Hier wurden Lizenzverhandlungen für den Produktkandidaten Tolperison (Muskelrelaxans) geführt, die kurz nach Ende des 1. Quartals zum erfolgreichen Abschluss gebracht wurden. Weitere Projekte aus der Pipeline nähern sich in den kommenden Monaten entscheidenden Phasen der klinischen Entwicklung, das Unternehmen erwartet auf Grund des Innovationspotenzials zusätzlich überdurchschnittliche Wachstumschancen. Sanochemia rechnet im Geschäftsjahr 2005/06 mit Forschungsausgaben in der Höhe von ca. sechs Millionen Euro.

Die börsenotierte Sanochemia beschäftigt mehr als 200 Mitarbeiter in Wien, in Neufeld im Burgenland sowie in Düsseldorf, der Schweiz, Großbritannien und den USA. (APA)

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